Sich kümmern

Das bedeutet auch, sich aus etwas heraus ziehen. Sich zurückziehen. Ich denke, die Freundin und ich, brauchen Abstand. Ja, wir beide.
Ich spüre heute, dass ich ihn ebenso nötig habe, wie sie.
Nach der ganzen Seelenarbeit, braucht es einen Restart. Wie beim Rechner. Da muss man nach einer  Neuinstallation auch neu starten.
Beim Doc habe ich einen Termin gemacht, morgen dann Aderlass. Ich bin neugierig, was die Werte sagen.
Auch die Therapeutin habe ich  angerufen, Mailbox. Etwas professionelle Unterstützung wird mir helfen, mein „Problem“ schneller zu lösen. Ich warte jetzt auf den Rückruf.

Weiter geht’s

Ich schlafe seit 4 Nächten wieder unruhiger, bin nachtschweißig. Dazu die Panikattacken. Die mögen psychosomatische Natur sein, können aber wenigstens teilweise auch durch die Schilddrüse hervorgerufen werden.
Also: Heute Morgen gleich einen Termin zum erneuten Aderlass gemacht. Morgen früh darf ich meinen Saft abgeben.
Außerdem werden noch andere Werte gecheckt. Ein Hoch auf die Biochemie.
Bin gespannt, was da raus kommt.
Vielleicht muss ich wieder am L-Thyroxin Schräubchen drehen.
Heute Abend geht’s erst mal wieder zum Indoor Cycling, bei Mr. Freeze.
Ich möchte einfach normal weitermachen. Und das werd ich auch.

Gefickt eingeschädelt – Nachtrag

Kurz nach meinem Anruf in der Praxis, ruft mich die Sprechstundenhilfe zurück. Sie hat mit dem Doc gesprochen. Der meint, wenn er weiß, dass ich die Tabletten genommen hab, kann er zu den Werten trotzdem was sagen und ich muss nicht erneut zum Aderlass.
Das freut mich natürlich sehr, zumal ich dann auch nicht noch mal die Kosten für das Labor zahlen muss.
Um 12.30 Uhr darf ich anrufen. Telefon Sprechstunde. Bin gespannt, was die Werte sagen.

Sinus Kurve

Es geht auf und ab. Beim Aufstehen geht’s mir gut. Ich meditiere, frühstücke, mein Spiegelbild gefällt mir.
Gegen halb acht kippt es.
Ich packe meinen Kram zusammen, merke, die Leichtigkeit verzieht sich. Ich fahre zum Arzt, habe mich doch zum Aderlass entschlossen.
Danach zur Bank, das Geld für die Arbeit am Rechner und die neuen Komponenten holen.
Zurück im Taxi: Tränen.
Ich hab keine Ahnung, weshalb genau.
Da ist der teil, der weiß: Annehmen, zulassen und zuhören ist die beste Strategie, weil wegdrücken es nur schlimmer macht.
Auf der anderen Seite, der Teil, der froh ist, aus diesem finsteren Loch gekrochen zu sein und befürchtet, dass das wieder so bleiben könnte, wenn man ich es zulasse.
Und zu all jenen gesellt sich natürlich die Geschäftsfrau, die sagt: Du kannst Dich jetzt nicht hängen lassen, Du musst Geld verdienen.
Dagegen noch ein anderer Teil, der fragt (leicht zynisch): Was für Geld? Hast du das Sommerloch noch nicht bemerkt?
Doch verdammt, habe ich. Und, das macht es nicht wirklich besser!

Dann frage ich mich, was ich überhaupt will.
Bis auf die Schilddrüse bin ich gesund, von den zwischenzeitlichen Tiefs mal abgesehen (die vielleicht damit zusammen hängen).
Ich hab Arbeit (wenn sie auch momentan nicht viel einbringt).
Ich lebe in einem Land, in dem ich ohne Raketenbeschuss auf die Straße gehen kann, in dem sauberes(!) Wasser aus dem Hahn kommt.
Ich habe ein Dach über dem Kopf, einen liebenden Ehemann und und und.

Was ist denn nicht erfüllt?
Gut, zu wissen, dass das irgendwann wieder vorbei ist.

Ich freue mich darauf, zu berichten, wenn es wieder besser geht.

Zuversichtlich,
Silvia