Asphalt Piratin 

Weiberfastnacht. Ich fahre die Nachtschicht. Beschließe, mich einzulassen, auf das Treiben, das um mich herum sein wird. Also her mit der Kostümage.
Fahrt um Fahrt fresse ich Kilometer. Meine Fahrgäste sind allesamt friedlich und nicht volltrunken, bis zum Pupillen Stillstand. Eine angenehme Schicht, befinde ich am Ende.
So dürfte es meinetwegen zwei, drei mal die Woche sein.

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Ein schöner Glaubenssatz

Er begleitet mich schon lange:

Der Gaubenssatz >>Es ist immer jemand da, der auf mich aufpasst<<

Und er hat sich heute wieder bestätigt. Das Universum beschützt mich.
Es ist wieder Seminarzeit. Fröhlich reise ich nach Bad Soden. Nachdem ich die gemietete Wohnung bezogen habe, fahre ich, aufgrund der Parkplatz Situatiom, mein Auto zum Ramada Hotel. In der Straße gibt es kostenfreie Parkmöglichkeiten. Schon mal da, suche ich die Bar des Hotels auf, in der Annahme heute schon bekannte Gesichter zu sehen. Ist aber nicht.
Ich poste was im Fratzenbuch und bekomme die Nachricht, dass ich möglicherweise umsonst warte. Das Seminar finde in Wiesbaden statt.
Ein Lachen entflieht meiner Kehle. Ein sehr herzhaftes.
Was soll ich sagen? Gut möglich, dass es so besser ist. Denn, wer weiß, auf was ich mich, mit ein paar Gläsern Rotwein, wieder eingelassen hätte. Vorausgesetzt, das Gegenüber, wegen dem ich letztlich noch Schmerzen litt, wäre auch nicht straight genug gewesen. Oder, oder, oder… Eskalation. Auch möglich. Jetzt sitze ich hier. Es ist ruhig. Die Wohnung ist toll. Und zwanzig Minuten Fahrzeit sind auch nicht die Welt. Alles gut, so wie es ist.
Danke, dass, wer auch immer, auf mich acht gibt. 🙂

Finger weg 

Eins ist mal klar: Es gibt eine Sorte Fahrgast, die eine Art allergische Reaktion hervor ruft.
Erhöhte Grundspannung. Ready to rumble.

Und es läuft immer gleich ab:
Fahrgast steigt ein, meist betrunken (was nicht stört), miefend nach billigem Fusel und bricht die Ansage, wo es hingehen soll, scheinbar, peinlich berührt ab. In dem Moment weiß ich schon, es soll entweder ins Laufhaus oder einen Club gehen. Schließlich rückt Fahrgast dann doch mit seinem Wunschziel raus (ich sollte recht behalten) um dann während der Fahrt ungefähr 20-30 mal zu versichern, wie gut ich ihm gefalle. „Prima, ich mir auch.“ist meine Standard Antwort. Und er spult weiter seine Platte ab.
Ungefähr auf der Hälfte des Weges kommen die Tatschehändchen. Die Grundspannung der Chauffeurin, nämlich mir, erhöht sich. „Finger weg.“ kommt dann gefährlich leise über meine Lippen und die Temperatur in der Droschke fällt dramatisch ab.
Zack, als hätte Fahrgast sich die Finger verbrannt, lässt er dann die Finger wieder bei sich. Sein Glück. Ich bin bereit, sie ihm zu brechen.
Trinkgeld gibt’s dann auch keins. In dem Fall verzichte ich auch gerne drauf.

Resonanzreturn

Im Zuge der Vorbereitungen einer Lesung, die am Donnerstag stattfindet (mit mir und dem ehemaligen Herzbuben), stoße ich auf einen Blogeintrag von vor über einem Jahr.
Ich lese und es ist, als läse ich die Geschehnisse der letzten Wochen, jedoch aus der Sicht des Gegenübers. Und ja, so ist es auch. Die Breitseite, die der prächtige Dreimaster mit dem Namen Silvia erlitten hat, ist ein Lehrstück. Denn, die Menschen, die uns Begegnen sind Spiegel. Ebenso die Verletzungen, die wir davon tragen. Alles ist ein großes Spiegel Labyrinth. Ich kann nicht anders, als zu lächeln. Wieder einmal wird mir warm ums Herz. Weg ist der Herzschmerz, macht auf einer anderen Ebene dem Verstehen Platz.
Ich beobachte die Situation von außen, sehe das Kind, das wütend um sich schlägt, weil eine emotionale Wunde angetastet wurde.
Ich denke „Ist gut. Ich weiß einmal mehr, wo es Reparatur Bedarf gibt“.
Immerhin, ich habs in den Hafen geschafft und wenn die Schäden behoben sind, wird die „Silvia“ wieder auslaufen.
Schnittiger, mit frischen Planken leuchtenden Segeln und einer prachtvollen Galionsfigur am Bug.
Dann geht’s wieder raus, auf die offene See, zu neuen Abenteuern 🙂

Synchronisiert

Freier Tag. Es steht nur eine Erledigung auf dem Tagesplan. Fitness Studio. Erst hat es was von hinschleppen, doch als ich dort bin, ist es schön. Durch den Nachtdienst bin ich zu einer sehr ruhigen Zeit da. Ich treffe einen Bekannten. H. ist 60, durch trainiert und witzig. Zusammen reißen wir eine Stunde auf dem Stepper ab. Danach geht’s für mich an die Gewichte und in die Sauna.
Und da ist es wieder, das Gefühl von letzter Nacht. Totales Bewusstsein. Ich stehe im Ruheraum des Spa (jegliches Gefühl für Zeit ist lost) und mir ist auf einer tieferen Ebene klar, dass ich nur Bewusstsein und reiner Geist bin. Bis jetzt bin ich in diesem Zustand. Wie schön das ist. Weil es ist Ruhe in mir.
Ein wenig ist es so, wie früher bekifft sein. Wunderbar 🙂

Bewusstsein 

Überscharfe Wahrnehmung.
Ich höre den sachtesten Windhauch in den Zweigen über mir.
Jedes einzelne Geräusch nehme ich wahr.
Meinen Körper fühle ich überdeutlich, ebenso wie meinen Atem.
Gleichzeitig spüre ich, dass etwas mich verlassen hat.
Obwohl es mich quälte, fehlt es auf absurde Weise. Ich lausche.
Es ist so ruhig in mir.
Platz für Neues.

Stecker gezogen 

Ich dachte, ich könnte es. Könnte so tun, als wäre das alles normal, was beim Practitioner abging. Wie es endete. Ich dachte, ich könnte trotzdem eine geschäftliche Beziehung unterhalten.
Nö. Ich war angepisst. Verletzt. Also habe ich auch das restliche Kabel abgeschnitten, das meine Energie von mir weg, zu ihm hin transferierte. Totaler Cut. Nummer gelöscht. Fratzenbuch Freundschaft gelöscht. Und zu guter Letzt meine Gedanken auf eine Metaplan Karte geschrieben und ihr hinter geblickt, wie sie, von der Nordbrücke, die Fluten von Gevatter Rhein küsste, um auf den Wellen Richtung Nordsee zu hüpfen.
Sie wird sich schon weit vorher auflösen.
Tschüss. Und der Rest bitteren Geschmacks wird sich auch in den Strömungen der Zeit verlieren.
Es kommt der Tag, da wird das Geschehene daher kommen, wie ein blasser Traum.

Weshalb

Weshalb hatte ich mich eingelassen? War es tatsächlich niedriger Selbstwert oder die eigene Angst vor Nähe?
Ich rede im Schlaf, so der ehemalige Spielkamerad. Das Gesprochene ließe auf eine Selbstwert Geschichte schließen.
Vielleicht in Bezug auf uns? Frage ich mich.
Derzeit merke ich, wie mein Energie Level langsam steigt. Gefühle, wie Dankbarkeit und Liebe, auch Vergebung, für mich und ihn lassen mich lächeln.
Es war eine geile Zeit, mit spontanen Aktionen. Und einer großen Vertrauensbasis, sonst wäre das so nicht möglich gewesen.
Und ich darf nicht vergessen: Ich hatte mich dafür entschieden.
Die Illusion war auch meine. Und ebenso, wie bei Enttäuschung ist es gut, dass sie weg ist.
Illusionen bringen einen nicht weiter.
So sag ich: „Danke, für viele schöne Stunden.“