Letzte Meldung vor dem Blackout

So. Dublin Heuston Station. Ich sitze im Zug, Richtung Killarney. Zerrissene Wolkendecke und, naja, richtig warm ist es nicht. Noch dreieinhalb Stunden, dann bin ich fast da. Nach siebzig Kilometer mit dem Auto, dann kann ich endlich verschnaufen.
Habe nette Sitznachbarn gehabt bisher. Ich hätte aber auch nichts gegen ein wenig Ruhe, nach der Beschallung auf dem Bahnhof.
Es geht los. BLACKOUT.

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Hüftschmerzen

Inzwischen weiß ich, wo meine Hüftschmerzen herrühren: Die Hüftmuskulatur ist überlastet. Besonders der Hüftbeuger ist betroffen. Schwierige Sache. Eigentlich sollte man ihn schonen. Nur, wie macht man das? Denn, man braucht ihn für alles mögliche. Radfahren, Treppensteigen, den Rumpf aufrichten und so weiter.
Ich bin doped mit Diclofenac. Wichtig wäre jetzt den Rumpf zu trainieren, denn der Hüftbeuger ist meist betroffen, wenn der Rumpf zu schwach ist.
Tja, klingt eigentlich ganz einfach. Aber hat schon mal jemand versucht Situps ohne den Hüftbeuger zu machen?
Schöner Käse. Coolpacks hab ich auch besorgt. Die werde ich bei jeder Gelegenheit auflegen.
Scheint als mutiere mein Irland Tripp zur Reha Maßnahme.

Erste Station – Düsseldorf

Die erste Nacht liegt hinter mir. In der Gastronomie neben dem Hotel, bei Prosecco, noch ein Schwätzchen mit dem Pfeife rauchenden Adrian aus Bremen gehalten. Gut geschlafen. Gleich gibt’s Frühstück, danach geht’s au den Bus. Sieben Minuten zum Airport, Koffer los werden und dann kann es los gehen. Eire, ich komme!

Irland – Koffer packen

Nachdem ich noch einmal meine Krankentransportscheine abgerechnet und mich mit der liebenswerten Connie bei der Black Coffee Pharmacy getroffen habe (zur conspirativen Plakatübergabe in Sachen Andreas Altmann Lesung), geht es gleich ans Koffer packen. Das will erledigt sein, bevor ich mich, vor Abreise, mit der Dame von der Burg zum Kekse vertilgen, Tee trinken und Neuigkeiten austauschen treffe.
Um circa acht Uhr begebe ich mich zum Herrn Gemahl, der mich freundlicherweise über die (hoffentlich) dann geleerte Autobahn nach D-dorf, zum Hotel bringt.
Ab morgen Abend wird mein Blog dann wieder eine Weile ruhen. Ihr wisst ja, das Netz in West- Cork ist weniger gut ausgebaut. Ich mach mich unerreichbar. Herrlich!

Hilfestellung

Alles aktivieren. Der Herr Gemahl wird mich am Dienstag, nachdem ich Kekse mit der Dame von der Burg verputzt habe, mit dem Maschit nach Düsseldorf, zum Hotel chauffieren.
Es mag jetzt den ein oder anderen seltsamen Blick in Blogistan geben. Man muss auch nicht alles verstehen 😉

Flexibel

Jetzt muss ich nur noch Dienstag Abend nach Düsseldorf kommen. Habe noch ein Zimmer ergattern können. Das Hotel (ein halbwegs bezahlbares) liegt einen Kilometer vom Airport weg. Was ich mit dem Bahnhticket anfange weiß ich nicht. Dem Chef der GDL in den Rachen stopfen vielleicht. So tief, dass es ihm am A….  wieder, ach lassen wir das.
Ich komm schon nach Irland. Das wird auch die GDL nicht verhindern.

Irgendeiner streikt ja immer – GDL Streik

Schönen Dank! Ab Dienstag soll gestreikt werden. Da ist es wohl angeraten, dass ich mir ein Hotelzimmer am Düsseldorfer Flughafen Buche für Dienstag Abend. Denn um 6.13 wird dann ja kein Zug im Bonner Bahnhof einfahren. Da plane ich einmal eine Bahnfahrt und kaufe vertauensselig ein Ticket im Voraus.
¡Fantástico!

Reisefreuden Eire

Frau Zerberus freut sich. Mittwoch geht es wieder los:
Um sechs Uhr dreizehn werde ich den Zug Richtung Düsseldorfer Flughafen besteigen, dort in ein Flugzeug nach Irland wechseln. Der Air Coach (Bus) wird mich in Dublin aufnehmen und Heuston Station wieder ausspucken. Dort habe ich zwei Stunden Leerlauf. Zeit, in den im Bahnhof angesiedelten Cafes, was wegzubeißen und einen Cappuccino zu trinken, um mich für den Rest des Weges zu stärken. Von Heuston, mit einmal umsteigen in Marlow geht es weiter nach Killarney, wo mich ein weiters Mal Roland mit dem AUto abholen wird.Weiter geht es nach Adrigole am Healy Pass. Nein, diesmal kein offenes Ende. Die Rückreise ist am dreizehnten Mai.
Hurra!

Irland – Eine besondere Reise IV

Der Abschleppunternehmer ist gleichzeitig der Patron der Werkstatt. Auch ein Hotel weiß er für
uns. Der ADAC ist spendabel, wir bekommen zwei Zimmer. Nachdem das Auto an der Werkstatt abgeladen ist, fährt uns der Patron im Abschleppwagen zum Hotel. Das ist ein echtes Großraumtaxi. Sogar das Gepäck trägt er uns hinein. Nun abwarten, wie es weiter geht. Die Diagnose (wir werden erfahren, es war die Zündspule) gibt es erst am nächsten Tag. Das Hotel liegt in einem Industrie Gebiet. Große Ausflüge fallen aus.
Ein Mitarbeiter des Hotels trägt das Gepäck zum Zimmer, öffnet und wünscht mir eine gute Nacht. Ich staune nicht schlecht, als ich das Zimmer betrachte: mehrere Tische stehen aneinander, darum viele Stühle, kein Bett. Ich trete auf den Flur, rufe den Hotelangestellten, mache das Zeichen für schlafen und frage: „Konferenz?“ Da geht ihm ein Licht auf, er entschuldigt sich, besorgt ein anderes Zimmer. Mit Roland verabrede ich mich in zehn Minuten in der Lobby, wir möchten auf den Schrecken noch etwas trinken. Als ich Rotwein trinkend im Sessel sitze, kommt er lachend die Treppe hinunter. Auch er hatte ein Konferenz Zimmer. Nun residiert er eine Etage höher als ich. Nach dem Wein verabschieden wir uns, ich sinke in das himmlich bequeme Bett.
Am nächsten Morgen Petit Dejuerne. Dann, warten. Mehrfaches telefonieren, bis wir wissen, das Auto wird gegen sechzehn Uhr repariert sein. Wir essen zu Mittag. Das Restaurant im Hotel ist hervorragend. Den Nachmittag verbringen wir in der Lobby, sehen im TV, dass ein Flugzeug abgestürzt ist.
Um zwei Minuten vor vier ruft der Patron an, in fünf Minuten sei er da, uns abzuholen. Wieder alles zurück, kurz die Rechnung bezahlt, geht es weiter. Noch ist das Ziel Trier, wo ich mich in den Zug setzen will. Wir kommen bis Laon. Roland zeigt mir die Kathedrale und wir beschließen, sie am nächsten Tag noch einmal von innen anzuschauen.
Wir suchen ein Hotel, finden eines mit automatischer Rezeption. Auch hier bekommen wir Hilfe, weil wir es einfach nicht blicken. Eine junge Französin, ebenfalls Gast, führt uns durchs Menü. Zimmerkarte ausgedruckt, Gepäck verstaut, auf in eine Brasserie, im mittelalterlichen Teil der Stadt. Sehr schön.
Zurück im Hotel erinnert mich das Zimmer an die Fähre, nur das Bett ist beqemer und größer.
Nach dem Frühstück, am nächsten Morgen, fahren wir zur Kathedrale. Wer mal in Laon landet, folge meiner Empfehlung sie sich von innen zu gönnen. Ein wunderbares Bauwerk, voller Harmonie.
Weiter Richtung Trier. In der Nähe von Verdun sehen wir, dass dort der TGW hält. Wir fragen am Bahnhof nach einer Verbindung nach Bonn, erfahren, dass ab Metz mehr Möglichkeiten geboten sind. Also Metz, nicht Trier. Um halb zwei erreichen wir den Bahnhof in Metz, parken auf dem Taxistand (natürlich gibt es Diskussionen), schnell laden wir das Gepäck aus. Kurzer Abschied, der Taxler drängelt.
Am Ticketschalter stelle ich fest, meine Geldbörse liegt noch auf dem Armaturenbrett, im Auto. Mit fünfzehn Kilo auf dem Rücken hetze ich durch die Halle, suche schon hektisch Roland’s Telefonnummer. Guter Mann: Er hat’s gemerkt und gewartet. Nochmaliger Abschied. Jetzt aber: Ich kaufe mein Ticket und erfahre, dass der Zug nach Luxembourgh in zwanzig Minuten abfährt. Das fluppt ja. In Luxemburg steige ich um, bis Trier, wieder umsteigen, nach Koblenz, von dort nach Bonn. Immer habe ich einen Sitzplatz, immer meine Ruhe. Und auf der Fahrt von Trier nach Koblenz gibt es sogar einen Catering Service.
In Bonn werde ich am Bahnhof abgeholt. Meine Stadt hat mich wieder. Nur weiß ich nicht, wie lange. Das prüfe ich jetzt.

Das war IRLAND – Eine besondere Reise. Und ich bin jetzt ein anderer Mensch. Mit weniger Ängsten, mehr Selbstvertrauen, mehr Selbstwertgefühl, eigenständiger.