Goldstück

Ich nenne ihn „el libre“. Leider habe ich meinen Schmuckmann nicht mehr getroffen, um ihn nach seinem Namen zu fragen, deshalb habe ich ihm einen passenden gegeben. So ein warmer, herzlicher, einverstandener Mensch. Mit Janos‘ hab ich gleich zwei von der Sorte kennengelernt. Das Schmuckstück für die Nase hat mir „el libre“ geschenkt. Eine wunderbare Erinnerung, an einen wunderbaren Menschen. Die Kette unter dem Lebensbaum habe ich von ihm gekauft. Unglaublich, was der Mann aus Silberdraht und Steinen zaubert.

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Cueva de los verdes

Ich bitte, die etwas bescheidene Qualität zu entschuldigen. Touri mit Handgurke fotografiert Höhle. Das geht bestimmt auch besser 🙂

Flötenbauer

Janos‘, der Flötenbauer. Sein Arbeitsplatz und meine erstandene Flöte.

Morgensonne

Heute Morgen konnte ich sie noch mal kurz überreden Modell zu stehen.

Abflug

Um 8.30 Uhr geht’s los, Richtung Arrecife, Aeropuerto. Alles problemlos. Außer, dass ich an der Sicherheitskontrolle „beraubt“ werde. Auf dem Röntgenbild meines Rucksacks erregt etwas die Aufmerksamkeit der Sicherheitskontrolle. Ich beginne auszupacken. Nagelfeile. „Not possible.“  Gut, sehe ich ein. Weiter. Mein Schlüsselbund. Der Kontrolleur hält ihn mir vor die Nase : ¡Esta una Arma! Er schaut mich an, kann scheinbar nicht glauben, dass ich, die Frau im Kleid einen kleinen Totschläger am Schlüsselbund trägt. Er friemelt das Teil vom Schlüsselring, geht damit zu seinem Kollegen. Zeigt gibt ihm das Teil, zeigt auf mich. Er kann das irgendwie nicht überein bringen. Ist das so ungewöhnlich? Ich hatte das Teil völlig vergessen. Er ist jedesmal mit geflogen, nie hat sich wer daran gestört. Nun ist er weg. Er war das Geschenk einer Freundin. Gedacht zur Verteidigung, nicht um ein Flugzeug zu kapern. Ich hab einen kleinen Waffenschein, darf sogar solche Waffen mit führen. Aber nicht im Passagierraum. Ich werde mir einen neuen zulegen. Basta.
Am Gate merkt man gleich, wohin der Flug geht. Eine ältere Dame, wagt sich nicht ganz hinten anzustellen. Da sind unsere „Reisepolizisten“ in Form der anderen Reisenden aber ganz schnell dabei, ihr zu erklären, wie das funktioniert. Als wenn es nicht völlig schnurz ist, ob man draußen steht oder zwei Minuten länger im Flieger auf den Start wartet.
Der Flug ist schnell rum. Ich versenke mich in Altmann’s „Der Preis Der Leichtigkeit“. Die geistigen Flatulenzen meiner Mitreisenden bleiben mir so erspart, ich bin geistig in Vietnam unterwegs. Die gasigen Flatulenzen allerdings dringen zu mir durch. Gegen die Waffengattung Stinkbombe ist noch kein Mittel gefunden.
Endlich gelandet, wandern wir zum Gepäckband. Es ist wirklich erstaunlich, wie übellaunig die Menschen aus dem Urlaub kommen. Braun gebrannt und Mundwinkel, wie die anzugtragende, mächtige Pfarrerstochter. Ich stehe, lächle. Morgen geht’s in den Wald. Laufen. Wald, weil Bäume habe ich in der Woche ein wenig vermisst. Die Waldbrandgefahr ist auf Lanzarote ein eher kleines Risiko 😉 Laufen, weil mir nach Laufen ist.

Der Urlaub war toll, nur zu kurz. Ich hätte gut noch eine Woche ausgehalten. Es gab viele erste Male.
Das erste Mal Lanzarote.
Das erste Mal im durch das größte Lavafeld der Erde gefahren.
Das erste Mal Albinokrebse gesehen.
Das erste Mal durch einen Lavatunnel, beziehungsweise eine Lavahöhle gelaufen.

Und ich bin froh, dass Caesar Manrique sich um die Insel gekümmert hat. Sie sieht viel weniger zerstört aus, als zum Beispiel Gran Canaria, mit all den Bananenplantagen. Auch liegt viel weniger Müll rum. Ich fliege noch mal hin.

Weinselig

Weinselig waren die Abende. Der Wein, die Tapas, der Atlantik. Ich könnte gut noch eine Weile bleiben.
Gerade hat das Geschwätz in meinem Kopf ein Ende gefunden, schon muss ich wieder weg.
Schade, doch ich komme wieder. Ob mich en Weinbauer in seinem großen Zen Garten helfen lässt? Unkraut jäten in einem großen Aschefeld erscheint mir eine extrem beruhende Tätigkeit 🙂

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Letzter Tag

Die Sonne geht auf. Der Tag scheint von einem blauen Himmel überspannt zu werden. Das freut mich sehr, so wird die Steilküste ganz anders wirken, als bei meiner letzten Wanderung.
Nachdem der Herr Gemahl dir Bilder gesehen hat, will er auch dort wandern. Mir soll’s recht sein. Das wird wieder spannend, wenn er mit seiner Höhenangst am Abgrund wandelt. Doch er lässt sich nicht schrecken. Hut ab!
Später werden wir an der Promenade was essen gehen. Ich hoffe meinen Schmuckmenschen zu treffen.
Mit dem Flötenbauer sind das schon zwei Menschen, die mich sehr beeindruckt haben. Nicht viel an den Füßen (wie man im Rheinland sagt, wenn jemand nicht viel besitzt), aber unendlich reich im Herzen und im Geist. Man bekommt nicht übel Lust, es ihnen nach zu tun.
Jedenfalls wüsste ich vom Schmuckmenschen gerne den Namen. Und ich möchte ein Foto von ihm. Um nicht zu vergessen, was ich mir wünsche 😉