Nachtfahrt

Von den Hennefer Höhen fahre ich Richtung Heimstätte. Menschen sind aus meinem Zug des Lebens aus, dafür andere eingestiegen. Vor drei Tagen eröffnet der Chef, es gäbe im nächsten Monat keine Taxischichten für die Springerin. Ich warte, warte auf Nervosität, die sich nicht einstellt. Gut. Ich weiß, dass sich alles irgendwie fügen wird.
Ich fahre über unbeleuchtete, enge Straßen, eher Wege, die sich, von Nebelschwaden verhangen, an Weidegründen vorbei, durch die regnerische Nacht schlängeln. Die Lichtausbeute des Maschit ist nicht besonders üppig. Das Abrollen der Winterpneus und das Geräusch des Spirtzwassers in den Radkästen hat eine meditative Wirkung. Hin und wieder spuckt mich die Dunkelheit in kleine Ortschaften, in denen ich noch nie war, um mich nach der nächsten Biegung wieder zu verschlucken. Surreal. Verlust des Zeitgefühls. Dann, wie aus dem nichts, die Autobahn. Vor einer Senke, das Schild „Achtung Überflutungsgefahr“. Ich frage mich, wie man so planen kann, eine Autobahn zu bauen.
Ich habe das Gefühl von Vorahnung. Das etwas passsieren wird. Das war lange nicht der Fall. Mich deucht, die Intuition kehrt zurück zu mir.
Ankunft. Die Wohnung empfängt mich aufgeräumt. Bilder sind umgehängt. Chartres ziert nun das Wohnzimmer.
Zeit zu schlafen. Gute Nacht.

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6 Gedanken zu “Nachtfahrt

  1. Was ziert denn nun das Wohnzimmer? Chartres oder Chantré?
    Quietschvergnügter Morgengruss aus dem Bembelland,
    Herr Ärmel

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