Red Eyes

Dieses Jahr bin ich an zwei Tagen karnevalistisch unterwegs.
Passend zum Teufelin Kostüm habe ich mir rot-schwarze Kontaktlinsen besorgt.
Eine klare Fehlinvestition. Meine Augen mögen sie nicht. Also, tschüss, in die Tonne damit. Meine blauen Augen sind eh viel schöner. Ha!

Advertisements

Tschüss Muster

Verzwiefelt. Das beschreibt den Zustand am besten, in dem ich mich befand. Die Feststellung, dass das überbordende Mitteilen wieder da war, machte mir eine Höllenangst. Und jetzt? Weg. Einfach so. Weil ich einen Menschen kennenlernen durfte, der mir erklärte, welches Bedürfnis ich versuchte damit zu erfüllen. Ich dachte immer, die Abhängigkeit würde sich auf die Personen beziehen, die davon betroffen sind. DAS DURFTE NICHT SEIN! Um Himmels willen. Was habe ich versucht, diesen Drang zu unterdrücken und kam nie dagegen an. Wie ein Junkie fühlte ich mich. Dabei ging es die ganze Zeit um die Handlung. „Löcher stopfen“. Meine eigenen. Die innere Leere. Das „nichts mit sich anzufangen wissen.“

Noch während dieser verständnisvolle Mensch mir darüber erzählt, beginne ich zu weinen. Ein gutes Indiz dafür, dass er den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Und das Weinen tut gut. Ich weine und mit jeder Träne, wächst das Verständnis für mich selbst. Für das Kind, dass schon im Grundschulalter das Telefonschloss knackte, um Kontakt nach außen zu haben, sich irgendwie „ganz“ zu fühlen. Nicht mehr alleine sein zu müssen. Ich weiß nicht, wie viele Abende ich alleine in dieser Altstadt Wohnung zubrachte, alle Bücher waren gelesen, alle Spiele gespielt, die man alleine spielen konnte. Später, immer noch alleine, ein neues Telefonschloß (knacksicher) wurde angebracht, plünderte ich die elterliche Telefonkasse, um Stunden lang mit meiner Freundin zu telefonieren. Von der Telefonzelle aus. Ich sehe mich noch gemütlich auf den Telefonbüchern sitzen, die Füße gegen die Wand gestemmt. Dann war die Telefonkasse eines Tages verschwunden. Das Telefon hatte eine Wählscheibe. Also brach ich den Anschlag ab, befestigte ihn mit Patex. So konnte ich ihn zur Seite biegen und trotz Schloss telefonieren. Meiner Freundin ging es nicht anders. Manchmal saßen wir Stunden, mit dem Hörer am Ohr, um gemeinsam Fern zu sehen. Jede in der elterlichen Wohnung. Bloß nicht alleine sein. Als ich berufstätig wurde, wurde das ganze langsam „gefährlich“. Das Handy Zeitalter brach an und Rechnungen von 600.- D-Mark waren fast die Regel. Klar, ein wenig hat es auch mit dem anderen Menschen zu tun, mit dem kontaktet wird. Wie Lego Steine, erklärt mir der kluge Mensch. Der andere darf die Leere füllen. Und wenn der andere auch Löcher hat, die es zu stopfen gilt, kann das sehr lange gut gehen. All die Drogen, die ich mir verabreicht habe, in meinem Leben, waren dazu da, diese Leere nicht mehr zu fühlen. Das hängen an Personen. Silvia’s persönliches Lego Sortiment. Als mit den Drogen Schluss war, brachte das einen Stein ins Rollen, der einen gewaltigen Erdrutsch nach sich zog.

Ich habe mich lange dafür geschämt, so zu handeln, wie es tat. So wie sich jeder Abhängige für seine Abhängigkeit schämt (naja, vielleicht nicht jeder, aber viele).

Jetzt habe ich darüber gesprochen. Fand Verständnis. Und auf einmal ist er weg. Der Drang, mich mit zu teilen, um Resonanz zu erhalten. Um Ganz zu sein. Denn jetzt weiß ich, was zu tun ist, um mir selbst zu genügen.

Ich bin frei, zu tun, was mir gefällt. Schließlich bin ich kein Kind mehr, das die Wohnung nicht verlassen kann. Ich kann Dinge tun, die mir Freude machen. Sprich, ich darf dieses uralte, verranzte Muster einfach loslassen. Oh, wie gerne ich das tue 🙂

Es gibt ein Lied in dem heißt es:

„Et jit tausend schöne Saache, man musse halt nur maache“

Wichtig ist, es müssen Dinge sein, die aus mir kommen. So, wie das Indoor Cycling seinerzeit. Und das Schreiben. Beschäftigungen, die mich erfüllen. Eine weitere hab ich schon gefunden. Menschen coachen. Dafür hab ich ein Händchen. Und ich helfe damit anderen. Es ist sehr befriedigend, zu sehen, wenn es anderen nach dem Coaching besser geht.

Ich habe mich viel zu lange selbst verleugnet. Wollte bestimmte Aspekte von mir nicht bei mir haben. Kein Wunder, dass es da Löcher gab. Ich habe in der Türkei, beim NLP Practitioner gelernt, alles an mir zu lieben. Meine Erfahrungen helfen beim Coaching ungemein. Eine Hypnose Ausbildung und der NLP Master werden folgen. Es gab kritische Stimmen, bevor ich dort hin fuhr. Ich bin meinem Herzen gefolgt und wurde belohnt.

Alles gut. Danke, an Herrn G.Punkt. Für Liebe und Verständnis. Danke, an Bini, der mir meine Selbstliebe zurück gegeben hat.

Eine der Grundannahmen des NLP lautet:
„Menschen haben bereits alle Ressourcen für Veränderungen in sich.“

Stimmt.

Ich wünsche allen einen erfolgreichen Tag, voll toller Erlebnisse und Wunder.

Loslassen

Lange habe ich nach Verbundenheit gesucht. Nach der Verbundenheit mit der Welt, die mich umgibt. Habe mich fest gekrallt, an Menschen, Emotionen, Erinnerungen. Um endlich zu erfahren, dass Verbundenheit erst durch Loslassen entsteht.
Ich lächle in die Sonne und bin voller Dankbarkeit. Das ist einfach schön.

Tintenklecks und Co

image

Bevor ich in die Türkei reise, denke ich bei mir, dass die Distanz ihre Vorzüge haben wird. Bezüglich des Herzbuben und mir. Etwas fehlt, in der Beziehung und ich bin mir nicht klar, was.
Die Nachrichten, die er schickt erscheinen mir seltsam, ob ihres Inhaltes. Sende ich ein Bussi, fühlt sich dies verlogen an.
Dann das Telefonat. Zäh, wie Kaugummi. Nach dem Auflegen, Blick auf das Papier vor mir (s.o.) Kein Platz mehr für Zweifel. Diese Beziehung ist nicht, was ich mir wünsche. Verbundenheit und Austausch fehlt. Ich nehme es gelassen.
Freitags Ankunft in Köln, am Airport. Ich verabschiede mich von den anderen NLPlern. Der Herzbube steht neben dran. Küsschen (wieder dieses unechte Gefühl). Er bringt mich heim, fährt dann zur Arbeit.
Am nächsten Tag kommt er vorbei:
„Ich liebe Dich nicht.“
„Prima! Ich Dich auch nicht.“
Wir sitzen noch etwas zusammen. Ich horche in mich hinein. Kein Scherbenklirren. Ich fühle mich frei. Habe die Zukunft im Blick:
Hypnose Seminar, NLP Master, Eric Worre.
„Was grinst Du denn so?“, fragt der Herzbube.
„Tu ich das? Na, mir geht es gut.“

Wir verabschieden uns mit einem Küsschen, dass jetzt nicht mehr verlogen ist. Heute fahre ich ihn zum Airport. Das war die schönste Trennung meines Lebens 🙂
Und die ehrlichste.

Silvester Knaller

Alles passt. Um kurz nach eins trudel ich beim Herzbuben ein. Es geht direkt los, Richtung Norddeich Mole. Die Fahrt verläuft ohne Zwischenfälle, der Liebste schläft auf dem Co Piloten Platz.
Wir liegen super in der Zeit. Da können wir ja eine Fähre früher nehmen. So die Idee des Herzbuben, der auch gleich das Smartphone zückt.
„Das glaub ich jetzt nicht!“
Ich frage mich, was so unglaublich ist. Als die Erklärung ausbleibt, frage ich auch ihn. Über die Antwort kann ich nur lachen, sonst würde ich weinen.
Eine kleine, rote drei, über den Abfahrt Zeiten verweist auf klein Gedrucktes:
Am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag, sowie an Silvester entfallen die letzten drei (!) Fähren.
In Norddeich ist Ende der Reise nach Norderney.
Telefonieren mit den Insulanern. Telefonieren mit einem Piloten (zu dunkel und der Grasstoppel Flugplatz ist schon geschlossen). Wir stehen am Hafen. Die Seenot Rettung läuft aus, Richtung Insel. Hätte ich die früher gesehen, ich hätte sie gefragt, ob sie uns rüber bringen. Zu spät.
Also, Rückreise, in die Ex Hauptstadt. Dabei noch eine Vollsperrung mit nehmen. Verhext. Nach achthundertfünfzig Kilometern, Bier für den Herren und Puffbrause für mich. Wir sind geschafft und früh im Bett. Jetzt ist ein neues Jahr. Wir können beide drüber lachen.
Achten Sie auf die rote drei.
Die führt in keinem Fall nach Norderney.
Ein echter Silvester Knaller 😀