Die Weisheit des kosmischen Spiegels

Quelle: Die Weisheit des kosmischen Spiegels

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Irgendwas ist immer

Ein seltsamer Tag ist das. Das Grau vor dem Fenster passt zur Stimmung. Ich versuche noch zu ergründen, was es ist. Unzufriedenheit? Das kann eigentlich nicht sein. Jedenfalls nicht, was mein Umfeld betrifft. Genau genommen dürfte ich sogar sehr zufrieden sein. Der neue Schrank steht und ist bereits gefüllt. Ich war drei mal diese Woche beim Cycling und es  hat gut getan, das Brennen in den Muskeln während ich die Kurbel trat, im Beat der Musik. Der anschließende Gang in die Sauna. Vielleicht ist es das neue Business auf das ich mich eingelassen habe. Die Frage nach dem Warum kann ich immer noch nicht richtig beantworten. Genau diese Antwort könnte aber die Lösung sein. Also, wieder einmal Zeit, in mich zu gehen. Nach der Begründung suchen.

Normalitöt

Sie holt mich langsam wieder ein. Die Normalität. Das ist ganz gut so. Winter. Ruhezeit. Der Sport beginnt sich zu etablieren. Montag, ein Muskel Workout zu Hause. Dienstag Indoor Cycling. Heute, erst Krafttraining, hinterher Cycling. Es macht wieder Freude, wenn es auch noch weh tut, und der Trainingsstand von März noch einige Längen entfernt ist. Ich hab Zeit. Dazu, ein neuer Mensch fürs Herz. Schön 🙂

Dichten, schreiben, sporteln, lieben. Leben. Wohlfühlen. Und schauen, dass ich jeden Tag ein bisschen besser werde.

Ertappt

Das Telefon klingelt:
„Na, schöne Frau, wo steckst Du?“
„Ich sitze noch im Auto.“
„Aha. Gehst Du heute zum Cycling?“
„Nee, ich hab wieder so ’n Anflug von Halsschmerzen.“
„Du drückst Dich. Meldest Dich immer an, und dann gehst Du
nicht hin.“
„AAAACH, ja ich drück mich. Ich fühle mich gerade böse ertappt.“
„Jetzt geh da hin. Danach fühlst Du Dich besser.“
„Mal gucken. Wir telefonieren gleich noch mal.“

Da sitze ich. Grinse. Dieser neue Mensch in meinem Leben. Ein Durchschauer. Früher hätte mich das Gefühl des ertappt seins gerärgert. Heute ist das anders. Ich begrüße es. Annehmen, heißt das Schlüsselwort.
Fünf Minuten später stehe ich vor dem Drogerie Markt. Ich hab nicht nur Halsschmerzen, sondern blute auch nicht gerade wenig. OBs müssen her. Noch mal zehn Minuten später finde ich mich in der Umkleide wieder. Gut, es angenommen zu haben. Das ertappt werden. Denn jetzt sitze ich hier. Ausgepowert, nach einer sehr befriedigenden Cycling Stunde, einem Saunagang, mit anschließendem Dampfbad. Relaxt. Ein klein wenig stolz und mit Lust am Donnerstag wieder hin zu gehen.
Danke, für’s Ertappen, Herr Herzbube 🙂

Wintercappuccinostrom

Noch ein halber Meter. Dann hat der große Strom seine alte Größe erreicht. Cappuccino braun, nicht, wie im Sommer, Smaragd grün, durchfließt er die drei Brücken der Stadt. Die „Rheinnixe“, so heißt die kleine Personen Fähre, muss keine umständlichen Pirouetten mehr drehen, um sich mit Ihrem Anleger zu vereinen. Durch die Stadt weht ein kalter November Wind. Von siebzehn auf drei Grad, in einer Nacht. Da frieren, neben Säufer und  dem Hurenbock, auch noch andere im Winterrock. Die Sonne gibt ein letztes Stelldichein, hinter Milchglaswolken, bevor sie gänzlich verdeckt wird. Der Winter naht. Pünktlich zu Glühwein, Eierpunch und Feuerzangenbowle. Heute in einem Monat ist Heiligabend. Dieses Jahr ist tatsächlich geflogen. Und ich mit. Na dann…

Kinderschuhe

Die haben wieder mal tüchtig gedrückt. Nun bin ich über meinen Kinderschatten gesprungen und es hat wieder mal nicht weh getan. Verstehen. Das schlug mir entgegen. Da muss ich mir eine große rote Fahne dran binden, um es in Erinnerung zu behalten. Schließlich speichern wir positive Erlebnisse leider eher ab, als ihre positiven Geschwister.
Blöde Regelung. Ist aber so und hat sicher mal Sinn gemacht. Zu Zeiten von Säbelzahntiger und Co. 🙂

Alte und neue Pfade

Ich merke, dass ich wütend bin.
Auf mich selbst. Weil ich es wieder tue. Dinge dulden. Obwohl ich aufgefordert werde, zu sagen, wenn mir dieses oder jenes stinkt. Dann ließe man es sein. Offene Türen. Und ich? Ich liege da, höre die Aufforderung und – schweige. In meinem Kopf schwirrt der Vorwand heran, man könne mich dann für zickig, egoistisch oder wer weiß was halten. Doch was verbirgt sich hinter diesem Vorwand?
Feigheit. Die Feigheit, mir selbst die Wertschätzung und Aufmerksamkeit entgegen zu bringen, die ich mir vom Gegenüber wünsche.
Ja, das Formulieren von Bedürfnissen und Wünschen fällt immer noch schwer.
Noch während ich das hier tippe, merke ich, wie meine Wut verraucht. Nachsicht nimmt den Platz ein,  wo eben noch Zorn brannte. Auf mich und den Anderen.
Solange wandle ich noch nicht auf neuen Pfaden. Es mangelt an Trittsicherheit. Der Belag der Wege ist noch uneben, noch nicht ausgetreten. Heute Abend werde ich erklären, was mich bewegt. Die neuen Pfade auskundschaften. Geduld. Geduld. Und noch mal Geduld. Vor allem mir selbst gegenüber.