Langsam zurück zu meinen Freunden, den Buchstaben

Feurige Wälder.
Schwarzer Kaffee am Morgen.
Sein im Augenblick.
Vollmond zu früher Stunde.
Meise tschilpt im Morgengrau.

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Eine Abhängigkeit verabschiedet sich

Ich werde stärker. Und achtsamer. Inzwischen merke ich sofort, wenn ich herum manipuliere, um Aufmerksamkeit und Beachtung zu erhalten. Das fühlt sich einfach ätzend an. Geschenke, die ich nicht persönlich überbringen kann, erhalten nicht mal mehr eine Karte. Es reicht, wenn der Beschenkte sich freut.
UND: Ich merke, wenn andere manipulieren. Das fühlt sich fast ebenso fies an, wie selbst manipulieren. Bähhhh!
Dieses Gefühl, nicht mehr abhängig zu sein, von der Meinung, Beachtung und Aufmerksamkeit anderer kommt dem der großen Freiheit, wie ein Adler sie genießen darf (so wie ich es mir vorstelle) schon verdammt nahe.
Wow!

Mit einem Taxi durch Paris

Nach sieben Stunden Busfahrt und etwas Chaos, was die Verteilung auf unsere Hotels angeht, liege ich endlich im Bett. Drei Stunden später klingelt der Wecker. Ich frühstücke reichlich. Die Veranstaltung, an der ich teilnehme, findet im Stadtteil Defense statt. Hier liegt auch mein Hotel. Zwar gleich an der Seine, doch wie ich vermutet hatte, ist das nicht das Paris, das ich gerne sehen möchte. Hier gibt es moderne Architektur, viel Stahl und Glas.
Während des Meetings ist Selbstversorgung angesagt. Das rührt mich nicht, denn rund um den Espace Grand Arche gibt es genügend Möglichkeiten, sich zu versorgen. Was zwischendurch etwas nagt, ist die Müdigkeit.
Nach dem Event und anschließendem, verdienten Essen im Vapiano zerstreuen wir uns. Da von meiner Mannschaft niemand in meinem Ibis wohnt (es gibt in Defense fünf davon), warte ich am Pullman Hotel alleine auf ein Taxi, das nicht lange auf sich warten lässt. Ich zeige dem Fahrer die Adresse auf meinem Telefon, verspreche mir einmal mehr Französisch zu lernen und los geht’s. Auf dem Weg sehe ich in der ferne den erleuchteten Eiffelturm. Den will ich sehen. Spontan frage ich Lounas, so heißt mein Chauffeur, was es kostet, wenn er eine kleine Rundfahrt mit mir macht. Zwischen dreißig und vierzig Euronen veranschlagt er. Also los! Ich bemerke, dass ich vorne besser sehen könne. Also fährt er rechts ran, räumt seinen Kram vom Beifahrersitz, ich steige um, weiter geht’s.
Wir unterhalten uns. Auf die Art lernt er von mir ein wenig Englisch, ich eine Prise Französisch. Das Gespräch geht fachkundig ums Taxi fahren, darum, wie man mit Fahrgästen umgeht; was man unter Kollegen aus verschiedenen Ländern halt austauschen kann. Mir kommt zugute, dass ich immer noch keine Hemmungen habe, mich in einer Sprache zu versuchen, die ich nicht beherrsche und für meinen Kutscher gilt das gleiche. Wir können gut miteinander.
Am Ende der Tour habe ich den Eiffelturm gesehen, mehrfach die Seine überquert, durfte Notre Dame gesehen, den Louvre und Lido bewundern, weiß, dass am Champs Elysee, zur Weihnachtszeit zwanzig (!) Kilometer Lichterketten montiert werden et cetera. UND in Ermangelung von Schlaf und Zeit war das eine gute Variante von Sightseeing. Am Ende stehen dreiundfünfzig Dublonen auf dem Taxameter. Lounas will nur vierzig. Ich gebe gerne fünf Euro Tip, denn ich habe mich nicht eine Sekunde gelangweilt. Außerdem habe ich meinem Smartphone seine Telefonnummer zur Aufbewahrung anvertraut. Wenn ich wieder komme, werde ich eine Woche bleiben und mir mit diesem freundlichen Kollegen noch ein wenig mehr von dieser wunderbaren Stadt anschauen.
Jetzt wird geschlafen.
Morgen ist noch mal Meeting, bis Mittag. Plus sieben Stunden Rückfahrt. Im Bus. Kann mir jemand sagen, warum ich Dinge tue, die ich mir mit dreiundzwanzig geschworen habe, nie wieder zu tun? Egal. Allein die Taxitour war die Reise wert. Und alle anderen Begenungen auch. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.
Gute Nacht!

Nervös

Gibt’s denn das? Ich bin nervös. Dabei muss ich nur mit dem Zug nach Köln und dort noch fünf Stationen mit der U-Bahn fahren, um mich letztlich in einen bequemen Mini-Bus zu setzen, der mich nach Paris schaukelt. Aber gut. Ich gebe mich in fremde Hände. Das ist vielleicht diesmal die Aufgabe. Vertrauen. Dass man mich gut hin bringt, dass in Paris alles gut läuft und ich die Grand Dame, trotz nur ein paar Bröckchen Französisch, genießen kann. Untergebracht bin ich in einem Hotel an der Seine, im Stadtteil Defense. Laut meiner Kriegerin (Architektenfrau), soll die Architektur beindruckend sein. Außerdem sind es mit der Metro zehn Minuten zum Champs Elysees. Naja, ich werde erleben, was mich erwartet.
Ich muss jetzt Vorbereitungen treffen. Ich gehöre zu den Menschen, die ihre Koffer erst am Reisetag packen. Und der Koffer befindet sich noch in der alten Verbleibe.

Wieder – I’m Back

Welch ein Genuss. Ich sitze auf dem Indoor Bike, sehe mich im Spiegel und freue mich, mir selbst beim Cycling zu zu schauen. Wieder einmal habe ich die Assoziation von einem Motor, der kraftvoll rund läuft. Ich bin Eins mit der Musik. Der Schweiß läuft in Strömen. Und ich fühle die Verbindung mit meiner Kriegerin, Uschi, die mir versichert, wie sehr sie mich und mein Lachen vermisst hat. Ich weiß nicht, wie ich es so lange ohne meinen Sport ausgehalten habe. Jetzt bin ich zurück. Und ich werde es anders machen. Meinem Körper auch mal Regeneration gönnen. Vollgas, ja. Aber, wenn ich merke Orange wird zu rot, auch mal Pause machen. Nicht mehr auf Biegen und Brechen alles aus mir heraus prügeln.
Außerdem stelle ich fest, dass ich nun zu meiner Meinung und zu mir stehen kann, OHNE darüber nach zu denken, ob die Anderen mich deswegen mehr oder weniger mögen. Ich bin mutiger. Ich bin stark. Ich bin ich. Ich bin dankbar.

Eingrooven

Gleich mal fest klopfen, was ich zurück erobert habe. Heute geht es sofort wieder zum Indoor Cycling. Der Erfolg zeigt sich heute auf der Waage. Zwei Tage Sport – eins Komma zwei Kilo weg.
Der ganze Rummel hat mich in Ermangelung des Sports, in den letzten sieben Monaten, satte sieben Kilo schwerer werden lassen. Im Gegensatz zu früher bringt mich das jedoch nicht aus der Ruhe. Ich wusste: Wird das Fahrwasser ruhiger, schwinden die Kilos. Und genauso ist es nun. Seelisches Idealgewicht :-)Jetzt siebenundachtig acht.

Puzzeln

Es geht langsam voran. Mit dem Herrn Gemahl montiere ich das, von ihm zum Geburtstag geschenkte, Vogelhäuschen auf dem Balkon meiner neuen Heimat. Auch Futter liegt schon drin.
Gestern Indoor Cycling, heute Krafttraining und Sauna. Ich klaube zusammen, was ich an Puzzle Teilen finde und bastele munter am neuen Silvialeben. Sport. Definitiv mit hinein.
Als gestern der erste Schweißtropfen seinen Weg, von der Stirn, über die Schläfe sucht, lächle ich selig. Herrlich! Und als unsere Saunafee heute einheizt, fühlt es sich an, wie Heimat.
Am Wochenende geht es noch kurz nach Paris, bevor ich ab Montag wieder dem Alltag fröhne.

Commitment

Heute ist es soweit. Ich bin mir selbst gegenüber ein Commitment eingegangen, das ich einhalten werde.
Daher wechseln ein Kasten Bier und die Spirituosen, die gestern übrig blieben, heute den Besitzer. Alk- und rauchfrei leben. Hat mir gut getan. Darf wieder gut tun. Mein Körper ist ja nur geliehen. Ich werde ihm wieder mehr Zuwendung angedeihen lassen. Weniger rabiat, als die letzten Jahre. Aber schwitzen darf er 😉

Eingeweiht und Danke!

Sie riecht nicht mehr nach Farbe. Meine Wohnung. Jetzt riecht sie nach Party. Und die Party war toll. Auch ohne Küche. Die Wohnung wurde an meinem Geburtstag eingeweiht. Passt.
Ich bin dankbar! Dankbar für meine Freunde. Dankbar, für diese Wohnung, die in einem Haus liegt, das mich an schöne Zeiten aus der Kindheit erinnert. Dankbar, dass ich erreicht habe, was ich erreichen wollte. Dankbar, neue Menschen getroffen zu haben, die mein Leben bereichern. Dankbar, dass ich gesund bin. Dankbar, ach für alles 🙂
Heute geht es endlich (!) zum Sport. Yeah!