Ayurveda Symposium 2015 – Ausklang

Als ich wach werde, stelle ich fest, dass die Sauna leider nicht den gewünschten Effekt hat. Die Erkältung hat sich verschlechtert. Kurz überlege ich, ob ich das Symposium Symposium sein lasse und einfach absage. Aber eine kleine Stimme in mir meint, das sei nicht der Weg. Schließlich habe ich gestern viel gelernt, was heute zur Anwendung kommen könnte. Also schleppe ich mich mit dickem Kopf und verrotzt zum Frühstück. Danach packe ich meine Sachen und fahre zur Ayurveda Akademie. Das Wetter scheint besser als gestern und das wird sich bestätigen.

Angekommen, richte ich erst mal den Stand und schaffe ein wenig Ordnung. Heute ist auch Katharina da, die zweite Hostess. Gut, so können wir gemeinsam nervös sein. Ich weise sie ein, soweit das mit meinem Wissensstand möglich ist. Wir verstehen uns gut. Außerdem stellt sich heraus, dass sie in der Akademie arbeitet.

Biju, der Overseas Marketing Director ist auch schon da. Er ist einverstanden, dass ich an einer Kräuterwanderung teilnehme. Er bleibt solange am Stand. Es ist alles sehr relaxt. Die Frau, die die Kräuterwanderung leitet, ist sehr charismatisch. Sie erzählt von den Signaturen, die die „Alten“ den Pflanzen zuschrieben, inklusiv der Götter denen sie zugeordnet werden. Wow!

Ich stelle fest, dass der „Praktikantentag“ gestern tatsächlich dafür sorgt, dass ich heute viel entspannter mit interessierten Menschen umgehen kann. Mehr ich bin, weniger verkrampft. Tolle Erfahrung. Wenn ich etwas nicht weiß, sind die Ladies von Neue Wege Reisen da, um zu helfen. Sind sie in einem Vortrag vertreten wir sie. Das ist einfach toll. Symbiotisch. Das Essen ist wieder unbeschreiblich gut. Ich habe auch heute gute Gespräche, die wirklich tief gehen. Jeder Kontakt, jedes Gespräch ist eine Bereicherung. Zwischendurch sind wir aber auch einfach nur albern. Reden Quatsch miteinander, der jedoch Sinn ergibt. Wir lachen viel. Hier funken die Synapsen.

Gegen Mittag beschließe ich, noch eine Nacht im Hotel zu bleiben, buche ein Zimmer. Vorfreude auf die Saunalandschaft, am Abend.

Den letzten Vortrag „Nahrung als Medizin“ nehme ich auch noch mit. Wieder interessant, viele AHA- Effekte. In der Pause frage ich meinen Coach, der ja für meine Anwesenheit ausschlaggebend war, wie es nun mit der Bezahlung läuft. Und jetzt freue ich mir ein Loch in den Bauch. Ich darf mir aussuchen, ob ich Geld möchte, oder einen Rabatt auf einen Aufenthalt im Resort, in Kerala. Natürlich nehme ich den Rabatt. Ich hatte eh schon beschlossen, nächstes Jahr dort hin zu reisen.

Als die Abschluss Zeremonie endet, ist die Verabschiedung ebenso herzlich, wie die Bewillkommnung. Auf dem Weg zum Auto heule ich (das wird noch zum zweiten Hobby). Ich bin so voll, von Eindrücken und good Vibrations, es platzt einfach aus mir raus. Richtung Parkplatz kommen mir zwei Ausbildungskolleginnen aus Bonn entgegen, werfen mir einen Handkuss zu. Ich freu mich, winke fröhlich zurück. Was soll ich sagen? Ich schätze, ich heule, weil ich glücklich bin. Geeint mit der Welt. So fühle ich mich.

Im Hotel angekommen, sehe ich, dass heute nichts ist, mit Sauna. Die macht um neunzehn Uhr zu. Das schmälert mein Glück nicht. Mit der Erkältung wäre es vielleicht sowieso keine gute Idee. Ich kaufe eine kleine Flasche Rotwein, die nun langsam zur Neige geht. Indische Musik, die CD habe ich an einem Nachbarstand erstanden, begleitet mich während ich diesen Eintrag schreibe. Vermutlich werde ich mit ihr einschlafen.

Eins noch, bevor ich zum Ende komme: Ich habe beschlossen, das Efeu, das bin ich. Licht und Schatten, Euphorie und Überschwang, doch auch Trauerpflanze. Am Boden schlängelt sie entlang, trägt Schattenblätter, bis sie etwas findet, an dem sie sich emporziehen kann. Dann schafft sie locker fünfundzwanzig Meter. Und dann, wenn sie das Licht erreicht, geschieht die Metamorphorse. Lichtblätter wachsen ihr. Sie wird von einer Schatten- zu einer Lichtpflanze. Wenn das mal kein Lebensweg ist. Vom Dunkel ins Licht. Das bin ich.

Gute Nacht!

Symposium

Der Tag beginnt früh, mit einem guten Frühstück, im Hotel. Danach geht’s zur Ayurveda Akademie, wo ich herzlich empfangen werde. Man bringt mich zu meinem Stand, vom Resort in Kerala. Der Overseas Director nimmt mich sich meiner an und füttert mich gleich mit Fakten. Wir teilen den Stand mit einem Reiseveranstalter, der das Resort mit im Programm hat. Das ist Glück für mich: Ich darf zuhören und lernen.

Es beginnt zu regnen. Eigentlich nicht schlimm, nur sind die Pavillone aus Stoff, nicht aus Folie. Daher weicht unser Info Material schwer auf. Als man Folie zum abdecken bringt, haben wir bereits starke Wellenbildung in den Katalogen. Eine der Damen vom Reiseveranstalter nutzt das für ihr Angebot: Die Kataloge seien noch so frisch und deshalb feucht. Das gefällt mir. Langsam versuche ich mich im Anbieten von Prospekten. Noch unsicher. Doch die Leute hören mir zu und nehmen gerne was ich ihnen mit auf den Weg gebe.

Zwischendurch sehe ich mir einen Vortrag über Ayurvedische Kräuter bei Autoimmunerkrankungen an. Ich verstehe nicht alles, aber doch genug um ein paar Dinge aus zu probieren.

Ich unterhalte mich mit Ärzten, mit Autoren, mit Vertreibern, Heilpraktikern etcetera. Ich habe Freude an dem was ich tue, obwohl ich längst nicht perfekt bin (wie auch?). Am Abend ayurvedisches Buffet. Wieder lecker. Danach verabschiede ich mich, fahre ins Hotel. Ich möchte endlich die Sauna Landschaft antesten. Und ich finde den Himmel. Saunarium, Dampfbad,  eine finnische Sauna, eine Etage unter mir und zwei Blockhaus Saunen auf dem Dach, mit riesiger Dachterrasse. Hier bleibe ich für die nächsten zwei Stunden. Die Aufgüsse sind toll, die anderen Besucher freundlich bis luschtig und ich entspanne mich. Das war es vom ersten Tag meines Ayurveda Symposiums im Spessart, was übrigens eine schöne Gegend ist.

Schwupp, fällt mir zum Abschluss noch ein Film mit Lilo Pulver(?) ein. „Das Wirtshaus im Spessart“ Hat es da nicht gespukt? Egal, ich schlaf heut gut. Gut’s Nächtle

Schluss mit lustig

Es reicht. Ich habe es satt. Empathie ist schön. Sie ist schön, solange man nicht den Anspruch an dich hat, ständig empathisch zu sein. Seit ich das versuche geht mehr in die Hose, als gut geht. Ich lass das jetzt. Ab heute gibt’s meine Meinung wieder ungefiltert, mitten ins Gesicht. Nein, ich meine verbal, nicht mit der Faust.
Ich habe auch keine Lust mehr, mir Gedanken um das Befinden anderer zu machen. Die merken das eh nicht. Fährt jeder seinen eigenen Film. Somit fahre jetzt ich meinen. Echt und ohne Flitter.
Ich freu mich, wenn ich mich freue. Und wenn ich sauer bin, bin ich sauer. Ab sofort, werde ich nicht mehr gucken: „mmmh, was macht das in mir. Woran liegt denn das?“ Drauf gepfiffen! Du kommst mir blöd? Gut, dann bekommst Du ein Echo. Ende.

Immer so?

Fühlt sich das immer so an? So ein Neustart mein ich. Mietvertrag unterschrieben zurück geschickt. Danach zwei ,drei Stunden euphorisch sein, um dann in Tränen aus zu brechen?

Als ich Herrn Faun gesagt habe, dass das mit uns nichts mehr bringt, war es ähnlich. Erst totale Erleichterung, dann heulen.

Auf dem Weg, heute in den Spessart, wegen des Symposiums, fahre ich bis Frankfurt. Bis dahin ist alles gut. Die „Apolcalyptischen Reiter“ begleiten mich. Ich singe laut mit. Dann weine ich. Und wie! Wie aus einem Brunnen laufen die Tränen über mein Gesicht. Und ich schreie die Windschutzscheibe an. Danach geht es besser.

Nun bin ich also frei von allem. Eben habe ich die Kaution für meine neue Wohnung überwiesen. Wo isse denn, die Freude? Nun sitze ich hier, schreibe, weil ich nicht schlafen kann. Um acht Uhr dreißig ist Treffpunkt vor der Ayurveda Akademie und ich werde wahrscheinlich aussehen wie eine Leiche. Guter Werbeträger für ein Ayurveda Resort. So möchte bestimmt jeder aussehen. Ich habe vier Wochen Urlaub und könnte einfach, ja was….?

Wenigstens der schwarze Humor scheint erhalten geblieben. Ist also noch nicht alles verloren.

Nach vorne gehn

Hey! Es geht doch! Neunundvierzig Quadratmeter, zwei Zimmer, Tageslicht WANNENbad! Hell, erste Etage, Balkon. Mein neues zu Hause. Nicht weit vom alten. Und: meins.

MAN MUSS NUR ZIELGERICHTET SEIN.

Ich weiß nicht, was jetzt kommt. Aber es wird gut. Ist doch mein Leben. Hier bin ich der Capitano, der Patron, die Chefin.

So isses 🙂

Yeah!!!

Ode an das Leben

Ob es sich gelohnt hat, alles her zu geben, für dieses „Abenteuer“ fragt P. am Samstag.
Mmhh, lass mal sehen.
Ich hab mich eingelassen. Habe Liebe, Bestätigung, höchste Ekstase, tiefe Gespräche, wunderbare Musik erlebt. St. Patricks durfte ich eine besondere Pub Session genießen. Ich durfte ganz viel Liebe geben. Bin Stunden durch irische Berge und Hochmoore gewandert, habe beeindruckende Landschaften gesehen,wundervolle Menschen kennen gelernt. Habe gelernt, dass ich durchaus mit der Bahn Reisen kann (sogar in Irland), ohne verloren zu gehen. Wurde von Spiegelfechtern überrascht. Weiß, man braucht nicht zwingend ein Rückflug Ticket. Bin achthundert Kilometer über die irische See gefahren (zwei Mal). In der Normandie wurde ich bestens versorgt, als wir die Autopanne hatten. Ich durfte geheime Pfade am Belchen wandern, ohne Wege den Schwarzwald erfahren. Bin durch das wilde Albtal und das Hirschtal gelaufen. Ich weiß, wie es ist, barfuß durch ein Moor zu laufen. Ich habe in einem Bergbach gebadet, auch wenn ich die Waldfeen Prüfung nicht bestanden habe. Und ich durfte lernen los zu lassen (auch, wenn das immer noch schwer fällt). Ich bin mutiger geworden und kann wieder zu mir stehen. Ich kann meine Gefühle erfassen und sie benennen. Ich weiß jetzt, dass ich jemanden verlassen kann und trotzdem weiter lieb haben darf. Ich habe Schwächen erkannt, die ich in Stärken verwandeln kann. Mein Selbstvertrauen kehrt zurück.
Und das alles, weil ich gewagt habe, mich auf eine Reise einzulassen. Mit einem Faun. Mit mir. Und all das wirkt nachhaltig in mir.
Ja verdammt, es hat sich gelohnt. Jede einzelne Sekunde. Und ich sage „Danke!“