Efeu – Einen eigenen Beitrag wert

Efeu (Hedera helix) – Signaturenlehre

Treue, Aufbrechen verhärteter Strukturen.

Signaturenlehre Efeu Hedera helix.jpgAbb: Efeu (Hedera helix)
Signatur:                                                                                     

Efeu ist eine sehr ausdauernde Pflanze. Erst einmal an einem Standort angewachsen, wird sie ihn freiwillig nicht mehr verlassen. Was Efeu umschlungen hat, gibt er nicht mehr frei. Efeu ist kein Schmarotzer, sondern er nutzt seine Unterlage nur als Kletterhilfe. Efeu gehört zu den Araliengewächsen. Die immergrüne Kletterpflanze wächst mit ihren Haftwurzeln an Bäumen oder anderen senkrechten Unterlagen bis in eine Höhe von 20m. Die Triebe des jungen Efeu kriechen mit ihren typischen fünf lappigen Blättern durch feuchte, schattige Gründe und bedecken manchmal größere Flächen des Waldbodens. Stellen sich ein Baum oder eine Mauer in den Weg, klammert sich der Trieb mit seinen Haftwurzeln daran fest und steigt empor zum Licht. Nach vielen Jahren verzweigen sich die Seitentriebe. Sie streben weg vom stützenden Stamm und benötigen keine Haftwurzeln mehr.

Und nun das Besondere. Die Blätter der Seitentriebe sind anders geformt, als die, welche an dem Baum oder an der Mauer haften. Sie sind nicht gelappt, sondern ungeteilt, eiförmig. Man nennt die gelappten die juvenilen und die eiförmigen die adulten Blätter. In der Pflanze hat sich eine Metamorphose vollzogen, die sich in der Signatur der Blätter offenbart. Die Bewegung von der Anhaftung in die Freiheit. Beide Blätter sind lederartig, zäh und überdauern den Winter. An den adulten Seitentrieben entwickeln sich doldenartige Blütenstände, die Anfang Oktober erblühen und den Bienen einen letzten Nektar anbieten. Über den Winter entwickeln sich langsam die Früchte, die bis zum Frühling zu schwarzen Beeren heranreifen. Die schwarzen Früchte sind giftig. Efeublätter können manchmal allergische Hautausschläge bewirken. Efeublätter riechen eigentümlich und schmecken leicht säuerlich bitter.

Wenn man einen Efeutrieb mit einer anderen Pflanze an einem gemeinsamen Standort im Wald einpflanzt, strebt jener zum Licht. Der Efeutrieb hingegen sucht den Schattenbereich des Waldbodens. Seine fünfzackigen Blätter zeigen, wenn der an einem Baum senkrecht nach oben wächst immer nach unten zur Erde, in den Schattenbereich des Waldes. Er war zu allen Zeiten ein Symbol „des Schattenreiches/des Todes“ und schmückt deshalb viele Grabstätten.

Die Pflanze enthält ungewöhnlich viel Jod. Jod ist ein für die Schilddrüsenfunktion wichtiges Element. Eine ausgewogen funktionierende Schilddrüse ist erforderlich, um ein klares Bewusstsein zu erhalten. Denken wir an den verdunkelten, retardierenden Effekt bei Menschen mit einer Hypothyreose.

Tradition:
Schon im Altertum spielte Efeublätter und Kränze eine kultische Rolle. In Ägypten war die Pflanze dem Osiris, in Griechenland dem Dionysos oder Bacchus heilig und man findet sie auf vielen ornamentalen Darstellungen.

Efeu galt immer als Symbol der Treue, vor allem der weiblichen, denn wegen seines Anlehnungsbedürfnis wurde Efeu als weibliche Pflanze angesehen. Wegen seines immergrünen Laubkleides wurde es aber auch als Symbol für Unsterblichkeit, also als Treue über das Grab hinaus gesehen, weshalb man früher Verstorbene auf Efeublätter aufbahrte. Auch das Symbol des Lorbeerkranzes zeigt deutlich den Hinweis auf Unsterblichkeit, zum Beispiel für den unsterblichen Ruhm eines Dichters. Im antiken Griechenland bekränzte man Brautpaare mit Efeu als Zeichen für Treue und Heiterkeit.

Als Arzneimittel wurde der Efeu schon in den hippokratischen Schriften beschrieben. Sowohl die Blätter, als die Wurzeln und Beeren als Arzneimittel für inneren und äußeren Gebrauch fanden Anwendung. Bock und Matthiolus empfahlen es als stopfendes, steintreibendes Mittel, und gegen Milzsucht und Nasenpolypen. In der Homöopathie wird Hedera ebenfalls erfolgreich eingesetzt. Mezger fand durch eine Arzneimittelprüfung die sichere Indikation bei chronischer schleimiger Sinusitis. Außerdem findet das Mittel auch bei Rachitis Anwendung.

Vorkommen:
Efeu ist in ganz Europa verbreitet, nach Norden wird es seltener. Es gedeiht in sonnigen Laub und Mischwäldern am Boden oder an Bäumen. Er wird oft in Gärten und an Häusern und Mauer zum Begrünen genutzt.

Inhaltsstoffe:
Verschiedene Saponine, vor allem Hederakoside mit antiviraler und antibakterieller Wirkung, weiter Flavonoide, vor allem Rutin und Kampferöl, organische Säuren, wie Kaffeesäure, Sterole sowie etwas ätherisches Öl.

Indikationen:
Auf der seelischen Ebene ist es das umfassendste Heilmittel bei allen inneren Übergangssituationen.

Auf der körperlichen Ebene wirkt es antiphlogistisch und expektorierend bei allen akuten und chronischen Prozessen der Atemwege. Efeu ist eine Schleimdroge und wirkt zudem krampflösend.

Aus Pekana Signaturenlehre

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4 Gedanken zu “Efeu – Einen eigenen Beitrag wert

  1. Jetzt weiß ich ein bisschen mehr über die „Schleimdroge“, die sich nicht nur auf Waldboden gern ausbreitet, sondern auch in meinem Garten (da aber nicht immer nur dort, wo sie soll…) Danke für die vielen guten Informationen!
    Ich wünsche dir einen schönen Sonntagabend und eine gute neue Woche, auf dass dir alles gellingt, was du anpackst und die Zuversicht ein ständiger Begleiter ist 🙂
    Herzlichst,
    Marlis

    • Ich danke Dir sehr herzlich. Ich schätze, dass ich tatsächlich alles habe, um glücklich zu sein. Ich muss es nur freischaufeln 😉

      Liebe Grüße und Segen für Dich,
      Deine Silvia Meerbothe

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