Suppenteller

Eine gewisse Selbstzufriedenheit stellt sich ein, als ich heute morgen, an einer defekten Ampel, in einer recht schmalen Straße, auf der reichlich Autos parken, den Viano (die Langversion) in drei Zügen wende. Es mag an den anerkennenden Blicken liegen, die ich von den Leuten ernte, welche sich das Manöver aus ihren Autos heraus ansehen. Das Ding kann man glatt auf einem Suppenteller drehen. Tja, wer kann, der kann. 😉

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Die ersten fünf

Kutscherin.
Das ist’s was ich gerne bin.
Und jetzt darf ich es endlich wieder sein. In der Firma, in der ich seit fünf Tagen arbeite gibt es nur selten Stillstand. Mein Arbeitsgerät: Ein Mercedes Viano. Ein Achtsitzerbus. Große Karosse. Einfach cool den durch die Stadt zu manövrieren.
Viele neue Eindrücke. Ich fahre Schulkinder, Kindergarten Kinder und Behinderte, die auch ein bisschen wie Kinder sind. Dialyse Patienten und alles, was sonst noch eine Droschke benötigt. Ich fahre viel, ich fahre gern.
Die Zeit zum Bloggen werde ich mir anderweitig gönnen. So wie jetzt. Ich sitze am ICE Bahnhof Siegburg und warte auf meinen Zug gen Süden.
Komprimierte Zweisamkeit, bis Sonntag. Dann geht’s zurück. Langsam sortiert es sich, mein Leben.

Postkarten

Nun zu den Postkarten, welche ich großspurig der Welt versprochen hatte.
Jaaa, ich hatte in Irland einige gekauft. Nur Lust zu schreiben fehlte.
Also nahm ich sie auf dem Rückweg, auf der Fähre zur Hand und beschriftete sie dort.
So wäre es eine Flaschenpost geworden. Oder so ähnlich.
In Chartres stellte ich fest, dass die Papiergrüße immer noch bei mir sind. Ok, beim nächsten
Stopp nehme ich sie mit und werfe sie eben doppelt frankiert (irisch/französisch) in den Brief-
kasten, dachte ich. Mea Culpa. Ich hab’s nicht geschafft. Ich war zu sehr mit der Liebe beschäftigt, als dass
ich mich hätte um Postkarten kümmern können. Oder anders, ich vergaß sie wieder und wieder und
wieder.
Vergebt mir 🙂

RAUS

Da bin ich wieder. Vieles hat sich verändert und ich gleich mit. Ich bin raus aus meinem alten Leben. Gleichwohl noch verwickelt mit dem alten. Übergangsphase.
Das Taxi habe ich vor Wochen verkauft, ab Montag kehrt wenigstens hier ein wenig „Normalität“ ein, wenn ich meine Fahrerstelle antrete. Taxi, meine Konstante seit zwanzig Jahren. Würde ich, wie ein Hund, auf allen Vieren laufen, hinge ich mit drei Beinen in der Luft. Akrobatik hat mich immer fasziniert.
Maisonette. So wohne ich in Zukunft. Dachterrasse, mit Blick über das Melbtal und zum Kölner Dom, ist das Wetter klar. Tür zu. Meins. Die Miete ist bereits gezahlt, ab ersten Juli darf ich einziehen.
Die neue Liebe, weit weg, doch nah genug, um sie (bzw ihn) in fünf Autostunden zu erreichen. Auch das hat seinen Reiz. Vielleicht begegnet mir auf dem Weg nach Süden ein Bloggerkollege, der breit lächelnd zu seiner Liebsten rauscht. Ich werde dann freudig winken 😉
Komplett neu anfangen ist anstrengend, doch auch spannend, anregend, erneuernd.
So kann es gehen.
„Man muss aufpassen, wenn man vor die Türe tritt. Man weiß nie, wohin einen die Füße tragen.“