Bastian

Nass und grau. Wetter für einen kleinen Blues.
Ich sitze im Meyer’s. Es ist der gleiche Tisch wie das letzte Mal. Inzwischen kennt man mein Gesicht. Auch, dass ich zum Essen einen Grauburgunder trinke, hat sich eingeprägt. So fühle ich mich wohl, auch wenn ich alleine speise. Die Balladen, die aus den Lautsprechern tropfen, treiben mir ein wenig salziges Glitzern in die Augen. Das darf auch mal sein. Für Erheiterung sorgt Bastian. Ein etwa zweijähriger Wirbelwind, der wild durch Lokal düst. Was er sagt kann ich nicht verstehen, doch er wirkt sehr überzeugt von sich. Ich stelle mir vor, wie ich es ihm gleich tue. Wie die Leute dann gucken würden. Jetzt muss ich lachen. Komische Vorstellung. Ich bekomme etwas von der Unterhaltung der Eltern mit und erkenne, weshalb ich den Knaben nicht verstehe. Ein kleiner Holländer. Die Eltern bleiben bewundernswert gelassen. Sogar mit der Kerze spielen darf der kleine Mann.
Am Tisch neben mir, sitzt eine deutsche Familie. Der jüngere der beiden Söhne quietscht mit den Schuhen und wird gleich zurecht gewiesen. Ich finde es interessant, wie unterschiedlich Eltern reagieren, wenn ihre Sprösslinge sich Gehör verschaffen, beziehungsweise Aufmerksamkeit fordern.

Das Essen ist wieder spitze. Es gibt schwarze Bandnudeln mit Garnelen in Zitronengras Kokossoße. Yammi. Nun sitze ich in meinem Refugium und lasse den Tag ausklingen. Morgen muss ich noch ein paar Dinge auf dem Amt klären. Ich gebe mich jetzt noch ein wenig dem Blues hin. Und morgen ist es wieder sonnig.

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4 Gedanken zu “Bastian

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