Freeze satt

Heute gebe ich mir nochmal zwei mal sechzig Minuten Mr. Freeze. Ab heute nutze ich das Hochschulsport Angebot. Das Training von ihm ist einfach anders. Struktur, Musik, ohne Schnickschnack. Herausfordernd. Fahren, schwitzen, zufrieden sein. Fit sein.
So stell ich mir ein Training vor. Deshalb die Mehrausgaben. Das ist es mir wert.

Bonbon – Freeze

Letzten Samstag bekam ich Nachricht von Maggie: Atze fährt Vertretung in Beuel (Haupthaus der Sportfabrik) am Donnerstag. Selbstverständlich hatte ich sofort zugeschlagen und mich eintragen lassen.
Heute war es so weit: Eineinhalb Stunden Mr. Freeze. Herrlich! Maggie und ich sind uns einig: Das hat uns wirklich gefehlt und wird leider weiter fehlen. Heute jedoch haben wir uns beide dieses spezielle Bonbon gegönnt und es in vollen Zügen genossen.
Es war großartig!
Danke Atze!

Lückenlos

Das Treffen mit Freund Thorsten ist, wie erwartet, eine Freude. Und, ebenfalls wie erwartet, haben wir uns viel zu erzählen. Bei beiden hat sich viel bewegt und bewegt sich noch. Nur in die Länge des Treffens hatte ich andere Erwartungen gesetzt. Aus alter Gewohnheit, was jedoch die Intensität und Vertrautheit in keinster Weise schmälert. Früher war er auch noch kein pendelnder Business Man, sondern ein  Kollege. 🙂 Dieses Gefühl jemanden das letzte Mal vor zwei Tagen getroffen zu haben, gleichwohl es real vor einem guten Jahrzehnt war, spricht für ein gutes gegenseitiges Verständnis. Es ist wie früher, obwohl wir uns weiterentwickelt haben. Das weckt Frohsinn. Und ich freue mich schon auf das nächste Mal. Wie ich hoffe, etwas schneller, als nach zehn Jahren, lieber Thor 😉

Feuertaufe in kaltem Nass

Unvernünftig habe ich gestern sechs Jameson getrunken (für nicht Eingeweihte, ein irischer Whiskey) und vier Zigaretten geraucht. Zudem gab es erst späte Bettruhe. Zehn Uhr dreißig, heute: ich sitze verkatert im Fitness. Man sieht es mir an, die Cycling Kollegen ziehen mich freundlich auf, ob meines Zustands. Zehn Uhr fünfzig, ich bemerke, dass immer noch keine Trainerin anwesend ist und die Dame die heute fürs Training zuständig ist, blieb schon öfter fern. Am Empfang bitte ich, man möge sie anrufen, aus oben angeführten Gründen. Auch biete ich an den Kurs zu leiten, sollte kein Trainer verfügbar sein (frage mich im selben Moment, ob das in diesem Zustand wirklich mein Ernst ist). Die anderen Kursteilnehmer finden das eine gute Idee, schließlich habe ich ja die nötige Lizenz. Kein Trainer in Sicht.
So erhalte ich meine Feuertaufe, werde ins sprichwörtliche kalte Wasser geworfen:
Unvorbereitet, verkatert hole ich eine CD von Mr.Freeze aus dem Auto und eine mit Keltischer Musik, für die Erholungsphasen. Trainingskollege Gisbert muss mir die Anlage einschalten und erklären. Süß. Ich nehme auf meinem Bike platz, stelle mich vor (bis auf eine Teilnehmerin kennen mich alle), gebe zu, furchtbar nervös, verkatert und unvorbreitet zu sein.
Dann geht es los. Und es läuft super! Entgegen der Gewohnheit bin ich etwas unkommunikativ, weil ich mich aufs Cueing, sprich das Anzählen konzentrieren muss. Außerdem muss ich mir eine Choreographie aus dem vernebelten Hirn quetschen. Aber, fünf Jahre konsequentes Indoor Cycling fließen durch meine Venen und so gibt es eine schöne Mischung aus Atze und Silvia, was ebenfalls in die Musik einfließt. Mein Puls? Reden wir nicht darüber 😉
Als der Kurs endet, bekomme ich Applaus und ein sehr positives Feedback. Ja, ich könne kommunikativer sein. Kommt noch. Ich hatte wahnsinnig Freude daran, den Kurs zu leiten.
Und ich freue mich irre darüber, den Kurs so gut gefahren zu sein, OHNE mich vorbereitet zu haben und trotz meines desolaten Zustands.
Die Teilnehmer haben am Empfang darauf bestanden, dass man mich in die Trainer-Vertreterliste aufnimmt, und/oder in die Sonntagsrotation. Die Kriegerin wird es noch schriftlich an die Leitung herantragen.
Feuertaufe bestanden!
Mann! IST DAS COOL!!!!

Kompliment – Mark Twain

Das Taxi mit Pfand vollgeladen, düse ich zum Getränke Händler. Mit Ausladen beschäftigt, bemerke ich nicht, dass dieser mich beobachtet. Als ich meinen Wagen in den Markt schiebe spricht er: „Als sie ausluden waren sie ganz ernst. Aber wissen Sie was? Viele Frauen sehen, wenn sie so ernst sind, ganz bitter aus, fast hässlich. Sie nicht. Sie sehen auch ganz ohne Lachen noch gut aus, sind immer noch schön.“
Was könnte ich anderes tun, als ein strahlendes Lachen, mit einem herzlichen Dankeschön zurück geben. Das Kompliment hat gefetzt. Ich merke, wie es, sprichwörtlich, runter geht, wie Öl.

Da halte ich es wie Mark Twain:

Von einem guten Kompliment kann ich zwei Wochen lang leben 😀

Awake – Loslassgeschichtenlawinen Teil 9

Jetzt hat es mich gepackt und ich erdreiste mich, auch noch Teil 9 zu schreiben. Die Zerberus begehrt gesehen zu werden.

Was bisher geschah ist nachzulesen bei Bittemito (Teil 1)Frau Ahnungslos(Teil 2), Marga Auwald (Teil 3), Silvia Meerbothe (Teil 4), Madame Lila (Teil 5)und Frau Ella (Teil 6), Wieder Bittemito (Teil 7), Silvia Meerbothe (Teil 8) und nochmals Silvia Meerbothe aka Frau Zerberus (Teil 9). Hier  bei Ben steht alles über den Ablauf. Ich würde mich heftigst freuen, wenn sich jemand fände, der sich uns anschließt und bewahrt vor einem offenen Ende 😉 

Teil 9

Alte Lappen, gefunden im Kofferraum des Audi, über die blutverschmierten Sitze gebreitet, ging es erst mal Richtung Süden, raus aus der Stadt. Sie waren zuerst auf diesem Kirchenfest, bei St. Michel gewesen. Die Beiden fuhren schweigend, Bea immer wieder zu Paula blickend, die krampfhaft versuchte, die Erinnerungsfetzen zu einem Ganzen zu fügen. Sinnlos. Sie schloss die Augen und lehnte den Kopf ans kühle Fensterglas.
„Paula. Paula, wir sind da.“ Paula öffnete die Augen, sie war wohl kurz eingeschlafen.
„Gut, erst mal zum Pfarrsaal. Wir waren ja zusammen hier. Ich erinnere mich, dass der Pfaffe mit Feuereifer gepredigt hat und dann?“
„Keine Ahnung, Paula. Ich bin raus, weil es so heiß war. Als ich wieder kam, warst Du weg und alle taten, als wüssten sie nicht, von wem ich spreche.“
Paula war frustriert, ließ sich mit hängendem Kopf auf einen der Stühle fallen.
Wieder Erinnerungsfetzen, sich zu einem Zusammenhang fügend: Ein Vorhang, der zur Seite geschoben wird. Der nackte Typ, an einen Stuhl gefesselt, eine Krawatte um den Hals. Und der Pfaffe mit seinem Weihwasser Fläschchen. Mit wildem Blick Gebete rezitierend, von einem Zerberus sprechend. Auch von Exorzismus war die Rede. Der Schmerz in ihrem Auge, als ein Tropfen des heiligen Nass es traf. Eine Lücke in der Erinnerung, dann sie mit dem Nackten zum Auto hastend. Die Welt die sich langsam blau färbte, ein untrügliches Zeichen, für die einsetzende Verwandlung. Wieder eine Lücke. Das Erwachen im Audi. Die Erinnerung an die Erinnerungslücke, ein Name: Peter. Die Fabrik Ruine. Die Orgie, in die sie geraten waren. Peter, oder das Wesen, das Peter gewesen war. Das Gefühl der eigenen Verwandlung, was sie solange nicht mehr erfahren hatte. Wie sie gewütet hatten unter den in extase sich wiegenden Tänzern.
„Bea, ich weiß, wo die Ruine ist. Komm.“
Paula fuhr selbst. Fand den Weg zu der alten Fabrik. Sie hatte Angst, vor dem, was sie vorfinden würde. „Bea, bleib bitte im Auto.“
„Was? Wieso denn? Erst soll ich dich begleiten und jetzt?“ „Bitte Bea!“
„Ok, OK, pass ich halt auf den alten Hobel auf. Sei aber vorsichtig.“ Wenn Bea ehrlich war ging ihr sowieso der Arsch auf Grundeis, ihr war es ganz recht zu warten.
Paula ging langsam auf die Ruine zu, ihr Gesichtsfeld begann sich blau zu färben. Es war tatsächlich wahr. Ihre Zerberusseele war wieder erwacht. Nach so langer Zeit. Verdammte Weihwasserplörre. Glassplitter knirschten unter ihren Füßen. Kaum trat sie in die kühlen Hallen der Fabrik, ließ sie die Verwandlung geschehen. Sie war größer jetzt. Fast zwei Meter. Krallenbewerte Klauen, lange Fangzähne und ein muskulöser behaarter Körper, ließen nichts erkennen, von der hübschen, zierlichen Frau, die sie eben noch gewesen war. Gelbglühende Augen erfassten die Halle. Nichts. Weiter hinten eine breite Metalltreppe. Ja, sie erinnerte sich, die war sie mit Peter hinauf gestiegen. Auf dem Weg nach oben witterte sie. Nahm einen Duft wahr. Und den metallischen Geruch von Blut. Viel Blut. Sie leckte sich über die Lefzen. Beim Betreten der oberen Halle, eröffnete sich das Ausmaß dessen, was sie befürchtet hatte.
Hinter sich vernahm sie ein Geräusch und da war wieder dieser Duft. Bekannt, fast vertraut. Sie wandte den Blick. Da stand er. Größer noch als sie. Ein stattliches Zerberus Männchen. Sie nahm ihre Verwandlung ein Stück zurück, er tat es ihr gleich. „Peter“. „Paula“. „Hat das jemand überlebt?“, fragte sie. „Wir hatten uns wohl beide zu lange unser wahres Dasein untersagt. Wir hatten Hunger.“
„Mit anderen Worten, nein?“ Er nickte. Sie waren sich schnell einig, dass sie „aufräumen“ mussten. Und verschwinden. All das Blut, die Fetzen von Körpern die über die Halle verteilt waren. Es gab nur eine Möglichkeit, das verschwinden zu lassen.

Bea, wartete immer noch am Auto. Fragte sich, was Paula so lange trieb. Doch sie war nie besonders abenteuerlustig gewesen. Sie hatte nicht vor das zu ändern. Am liebsten wäre sie gar nicht hier. Wer wusste schon, was Paula wieder verbockt hatte.
Ein ohrenbetäubendener Knall. Panisch ließ Bea sich hinter das Auto sinken. Eine Druckwelle folgte dem Getöse. Glassplitter und Mauerstücke flogen durch die Luft, zerschlugen die Fenster des Audi. Augen und Ohren zuhaltend wartete Bea ab, bis es aufhörte Gebäudeteile zu regnen. Langsam erhob sie sich, den Blick Richtung Fabrik. Da war nur ein Trümmerberg in einer Staubwolke zu sehen.
„Paula? Paaaaauuuulaaaaa!!!!

Na, Ende oder hat jemand Lust, die Fortsetzung zu schreiben?

Herzhopsen

Ich sitze in der Droschke, am Posttower. Dritte Position für Einstiege und erste Position für Vermittlung durch die Zentrale.
Alle Fenster stehen offen, die Sonne scheint, es ist warm. Ich höre Musik und lese. Kurz schweift mein Blick aus dem Fenster.
Ich schaue genauer. „Thorsten!!! Huhu!!!“ Groß, blond, im Anzug kommt er daher geschlendert, sieht mich ebenfalls, sein Gesicht
hellt sich auf. Ich stürme aus dem Auto. „Komm Du mal her“, ruft er und wir fallen uns in die Arme. Vor dreizehn Jahren weiter weg
gezogen, am neuen Platz nochmals umgezogen, nach einer kleinen Diskrepanz aus den Augen verloren. Irgendwann war die Telefon
Nummer weg. Wie es so geht. Und jetzt? Er kommt zurück nach Bonn. „Dir geht’s gut“, meint er, „jedenfalls siehst du gut aus.“ 
Ich gebe zu, dass es einiges zu erzählen gibt. Wir tauschen unsere Nummern aus. Baldigst werden wir uns treffen. Das wird ein langer
Abend. Das ist jetzt schon klar.
Was für eine Freude! Beiderseits. Herrlich!

Sekt und Kaviar Loslassgeschichtenlawinen – Teil 8

Auf die Rufe der werten Dame Knobloch reagiert niemand, da kralle ich mir den achten Teil halt auch noch. Geht doch nicht, das Lawinchen so sang- und klanglos auslaufen zu lassen.

Was bisher geschah ist nachzulesen bei Bittemito (Teil 1), Frau Ahnungslos (Teil 2), Marga Auwald (Teil 3), Silvia Meerbothe (Teil 4), Madame Lila (Teil 5) und Frau Ella (Teil 6), Wieder Bittemito (Teil 7). Hier  bei Ben steht alles über den Ablauf. Ich würde mich heftigst freuen, wenn sich jemand fände, der sich uns anschließt und bewahrt vor einem offenen Ende 😉
Willkommen bei:

Teil 8

Ich weiß, was Du letzte Nacht getrieben hast, stand da auf dem Spiegel.
„Paula, hast Du nicht eben gesagt, Du hast geträumt? Das da sieht mir verdammt real aus. Du wolltest gerade was erzählen. Von einem nackten Typ und einer Orgie. Also, erinnere Dich! “
“ Fuck! Fuck, fuck, fuck!!! Bitte lass das nicht wahr sein!“
Langsam drängten immer mehr Bilder in Paulas Erinnerung. Oh Bitte, lass mich das nicht mitgemacht haben, dachte sie. Allmählich war sie sich nicht mehr sicher, ob ihr vom Alkohol, den Drogen oder dem „Sekt“ übel war. In ihrer Erinnerung viel das Wort Kaviar und sie war sich fast sicher, es ging nicht um Beluga.
Sie hastete zum Fenster, blickte hinaus. Da stand der Audi. War der nicht im Eimer gewesen?
„Bea, bitte, Du musst mit mir diese Ruine suchen.“ Mit einem Mal war die sonst so abgebrühte Paula sichtlich nervös.
„OK, ok. Wo sind die Autoschlüssel?“
Herrgott, warum war das so chaotisch hier!?
Neben einer fast leeren Flasche Whiskey und einer grünen Nylonstrumpfhose entdeckte Bea endlich die Zündhilfe fürs Auto.
Beim Audi angekommen, vielen zuerst die Blutflecke auf, die großzügig im Fahrerbereich verteilt waren.  Fortsetzung erbeten…

Platt

Auf dem Weg zum Essen:

Ein Stück unsere Straße hinunter, sehen wir ein Auto stehen. Reifen platt. Gibt’s ja schon mal. Als ich alleine zurück gehe, um ein wenig zu lesen, zu schreiben und gegebenenfalls noch zu meditieren, quatscht mich ein Mann an, ob ich hier wohne. „Nö“, sag ich und lass ihn stehen, in der Annahme er will motzen, weil ich ,verbotener Weise, durch die Wohnanlage gelaufen bin (Abkürzung). Ein Stück weiter stehen drei junge Frauen um das platte Auto von vorhin, mühen sich mit einer Fußpumpe Luft in den Reifen zu bekommen. Ich biete meine Pumpe an (wäre ja nicht weit zu holen), weil das schneller ginge, doch sie lehnen dankend ab. Sie berichten, dass immer, auf genau diesem Parkplatz, jemand die Luft aus den Reifen lässt. Das sei schon das dritte mal. Ich bin erstaunt. Und weil der Typ, der mich angesprochen hat, schon die ganze Zeit zuschaut, wie sie pumpen, vermuten sie, er könne der Täter sein. Just in dem Moment, als wir ihn ansprechen wollen, setzt er sich in sein Auto und fährt davon. Koblenzer Kennzeichen.
Ich glaube eher an einen Zufall. Vermutlich suchte er etwas, deshalb auch die Frage, ob ich dort wohne.
Die Mädels haben sein Nummernschild notiert. Sehe ich sie das nächste mal, werde ich fragen, ob sie heraus gefunden haben, wer ihnen immer die Luft aus den Reifen lässt. Und, ob es der mysteriöse Kowelenzer war.

Sachen gibt’s.