Awake – Loslassgeschichtenlawinen Teil 9

Jetzt hat es mich gepackt und ich erdreiste mich, auch noch Teil 9 zu schreiben. Die Zerberus begehrt gesehen zu werden.

Was bisher geschah ist nachzulesen bei Bittemito (Teil 1)Frau Ahnungslos(Teil 2), Marga Auwald (Teil 3), Silvia Meerbothe (Teil 4), Madame Lila (Teil 5)und Frau Ella (Teil 6), Wieder Bittemito (Teil 7), Silvia Meerbothe (Teil 8) und nochmals Silvia Meerbothe aka Frau Zerberus (Teil 9). Hier  bei Ben steht alles über den Ablauf. Ich würde mich heftigst freuen, wenn sich jemand fände, der sich uns anschließt und bewahrt vor einem offenen Ende 😉 

Teil 9

Alte Lappen, gefunden im Kofferraum des Audi, über die blutverschmierten Sitze gebreitet, ging es erst mal Richtung Süden, raus aus der Stadt. Sie waren zuerst auf diesem Kirchenfest, bei St. Michel gewesen. Die Beiden fuhren schweigend, Bea immer wieder zu Paula blickend, die krampfhaft versuchte, die Erinnerungsfetzen zu einem Ganzen zu fügen. Sinnlos. Sie schloss die Augen und lehnte den Kopf ans kühle Fensterglas.
„Paula. Paula, wir sind da.“ Paula öffnete die Augen, sie war wohl kurz eingeschlafen.
„Gut, erst mal zum Pfarrsaal. Wir waren ja zusammen hier. Ich erinnere mich, dass der Pfaffe mit Feuereifer gepredigt hat und dann?“
„Keine Ahnung, Paula. Ich bin raus, weil es so heiß war. Als ich wieder kam, warst Du weg und alle taten, als wüssten sie nicht, von wem ich spreche.“
Paula war frustriert, ließ sich mit hängendem Kopf auf einen der Stühle fallen.
Wieder Erinnerungsfetzen, sich zu einem Zusammenhang fügend: Ein Vorhang, der zur Seite geschoben wird. Der nackte Typ, an einen Stuhl gefesselt, eine Krawatte um den Hals. Und der Pfaffe mit seinem Weihwasser Fläschchen. Mit wildem Blick Gebete rezitierend, von einem Zerberus sprechend. Auch von Exorzismus war die Rede. Der Schmerz in ihrem Auge, als ein Tropfen des heiligen Nass es traf. Eine Lücke in der Erinnerung, dann sie mit dem Nackten zum Auto hastend. Die Welt die sich langsam blau färbte, ein untrügliches Zeichen, für die einsetzende Verwandlung. Wieder eine Lücke. Das Erwachen im Audi. Die Erinnerung an die Erinnerungslücke, ein Name: Peter. Die Fabrik Ruine. Die Orgie, in die sie geraten waren. Peter, oder das Wesen, das Peter gewesen war. Das Gefühl der eigenen Verwandlung, was sie solange nicht mehr erfahren hatte. Wie sie gewütet hatten unter den in extase sich wiegenden Tänzern.
„Bea, ich weiß, wo die Ruine ist. Komm.“
Paula fuhr selbst. Fand den Weg zu der alten Fabrik. Sie hatte Angst, vor dem, was sie vorfinden würde. „Bea, bleib bitte im Auto.“
„Was? Wieso denn? Erst soll ich dich begleiten und jetzt?“ „Bitte Bea!“
„Ok, OK, pass ich halt auf den alten Hobel auf. Sei aber vorsichtig.“ Wenn Bea ehrlich war ging ihr sowieso der Arsch auf Grundeis, ihr war es ganz recht zu warten.
Paula ging langsam auf die Ruine zu, ihr Gesichtsfeld begann sich blau zu färben. Es war tatsächlich wahr. Ihre Zerberusseele war wieder erwacht. Nach so langer Zeit. Verdammte Weihwasserplörre. Glassplitter knirschten unter ihren Füßen. Kaum trat sie in die kühlen Hallen der Fabrik, ließ sie die Verwandlung geschehen. Sie war größer jetzt. Fast zwei Meter. Krallenbewerte Klauen, lange Fangzähne und ein muskulöser behaarter Körper, ließen nichts erkennen, von der hübschen, zierlichen Frau, die sie eben noch gewesen war. Gelbglühende Augen erfassten die Halle. Nichts. Weiter hinten eine breite Metalltreppe. Ja, sie erinnerte sich, die war sie mit Peter hinauf gestiegen. Auf dem Weg nach oben witterte sie. Nahm einen Duft wahr. Und den metallischen Geruch von Blut. Viel Blut. Sie leckte sich über die Lefzen. Beim Betreten der oberen Halle, eröffnete sich das Ausmaß dessen, was sie befürchtet hatte.
Hinter sich vernahm sie ein Geräusch und da war wieder dieser Duft. Bekannt, fast vertraut. Sie wandte den Blick. Da stand er. Größer noch als sie. Ein stattliches Zerberus Männchen. Sie nahm ihre Verwandlung ein Stück zurück, er tat es ihr gleich. „Peter“. „Paula“. „Hat das jemand überlebt?“, fragte sie. „Wir hatten uns wohl beide zu lange unser wahres Dasein untersagt. Wir hatten Hunger.“
„Mit anderen Worten, nein?“ Er nickte. Sie waren sich schnell einig, dass sie „aufräumen“ mussten. Und verschwinden. All das Blut, die Fetzen von Körpern die über die Halle verteilt waren. Es gab nur eine Möglichkeit, das verschwinden zu lassen.

Bea, wartete immer noch am Auto. Fragte sich, was Paula so lange trieb. Doch sie war nie besonders abenteuerlustig gewesen. Sie hatte nicht vor das zu ändern. Am liebsten wäre sie gar nicht hier. Wer wusste schon, was Paula wieder verbockt hatte.
Ein ohrenbetäubendener Knall. Panisch ließ Bea sich hinter das Auto sinken. Eine Druckwelle folgte dem Getöse. Glassplitter und Mauerstücke flogen durch die Luft, zerschlugen die Fenster des Audi. Augen und Ohren zuhaltend wartete Bea ab, bis es aufhörte Gebäudeteile zu regnen. Langsam erhob sie sich, den Blick Richtung Fabrik. Da war nur ein Trümmerberg in einer Staubwolke zu sehen.
„Paula? Paaaaauuuulaaaaa!!!!

Na, Ende oder hat jemand Lust, die Fortsetzung zu schreiben?

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2 Gedanken zu “Awake – Loslassgeschichtenlawinen Teil 9

  1. Holla, „Die Zerberus begehrt gesehen zu werden.“, mich deucht, sie begehrt nicht nur gesehen, sondern auch gelesen zu werden! Und sie begehrt wohl noch mehr…
    Chapeaurisierende Grüße, die Ihre.

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