Vom Lassen zur Gelassenheit

Mystik aktuell

Gelâzenheit“ – oder neuhochdeutsch: Gelassenheit – ist der zentrale Begriff der Eckhartschen Mystik. Als wichtigste Voraussetzung für die Gottesgeburt in der Seele und die Einheit mit Gott, die unio mystica, muss der Mensch gelâzen hân, um schließlich gelâzen zu sîn. Er muss dazu verdinglichte Denk- und Handlungsstrukturen überwinden und alle Weltbindung aufgeben. Er muss sich selbst und die ganze Welt lâzen. Insoweit ist Gelassenheit bei Meister Eckhart als Haltung oder Befindlichkeit das Ergebnis eines Vollzugs.

Meister Eckharts Ausgangspunkt ist das neutestamentliche Lassen, das omnia relinquere, von dem im Evangelium bei der Berufung der ersten Jünger die Rede ist. Hier zeigt sich deutlich die Breite des Verlassenheitsbegriffs. So erscheint er teils negativ (im Stich lassen), teils positiv besetzt (den Neuanfang wagen), teils materiell (Haus und Hof, Dinge lassen), teils personell (den Vater, die Mutter, die Frau, den Mann lassen) und schließlich – in der…

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3 Gedanken zu “Vom Lassen zur Gelassenheit

    • Ich bin nicht besonders mit ihm vertraut, lese jedoch immer wieder in den Beiträgen von ihm. Anfangs waren da noch ganz viele???? Doch inzwischen ist auch mir klar, dass der Mann so einige Weisheit in die Welt getragen hat. 🙂

      • Eckhart war höflich gesagt recht umstritten und hatte Probleme wg. der Vorwürfe der Ketzerei, weil das, was er sagte und meinte damals vielen zu radikal war, vor allem sein sehr persönliches Gottesverständnis. Er hat mich mit seinen Predigten sehr inspiriert, obwohl ich sie sehr anstrengend finde, weil man immer alles aus der Sicht eines christlichen Mönches seiner Zeit in seine eigene Situation und Anschauung transferieren muss. Gerade aber sein sehr weiter Begriff von Gelassenheit ist für mich die Essenz eigentlich aller mir bekannten mystischen Richtungen.

        Ich studiere ihn nicht unbedingt, aber ich schaue immer mal wieder nach, was er so gesagt hat. Und hin und wieder tu ich mir auch mal eine seiner Predigten an 😉

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