Kümmern – Angst vor Verlust?

Früher Morgen. Ich kreuze mit meinem Taxi durch die noch dunkle Stadt. Denke über mein „Kümmerthema“ nach.
Was hab ich bisher?
Einerseits sehne ich mich danach, betüdelt zu werden, wenn es mir nicht gut geht.
Andererseits kann ich, lässt man mir Fürsorge angedeihen, diese schlecht, manchmal gar nicht annehmen.
Ich frage mich, ob es nicht die Angst ist, diese Zuwendung wieder zu verlieren, die mich daran hindert, sie anzunehmen.
Das ist eine andere Sache, als sie nicht zuzulassen, weil man sich nicht wert fühlt, betüdelt zu werden.
Wenn ich mich an gestern Abend zurück erinnere, ist das Gefühl so zwiespältig.
Der eine Teil, der sich wirklich gerne in die Arme nehmen lassen möchte, und der andere Teil, dem das Gefühl von Zuwendung
Unbehagen bereitet. Nicht vertraut. Es hat was von ranlassen und wegstoßen.
„Wenn ich Mich um Dich sorge, brauchst Du nicht grantig werden. Dann darfst Du ruhig höflich bleiben“, so Helmut gestern.
Ich hatte gar nicht bemerkt, dass ich scheinbar leicht die Krallen ausgefahren hatte.
Langsam wird es interessant. Hunde knurren auch, wenn sie Angst vor etwas haben.

Advertisements

27 Gedanken zu “Kümmern – Angst vor Verlust?

    • Naja, so und so.
      Wenn es akkut war, wurde sich gekümmert. Recht gut sogar, würde ich sagen. Ich erinnere mich auch nur an zwei, drei Situationen, wo das so war.
      Wasserpocken, schlimmer Husten, hohes Fieber, Eintagesvirus (mit ordentlich Brechen). Ich war jedoch auch selten richtig krank.

      • Ich habe sehr schöne Erinnerungen. Da würde ich immer total umsorgt. Nicht, dass es sonst nicht gut gewesen wäre aber die Sorge eines nahen Menschen ist etwas besonderes. Die Immobilienfrau z B ist das anders. Da muss man schon den Kopf unter dem Arm haben, damit sie sich um mich sorgt (meistens hat sie ja Recht, dass die Erkältung doch nicht die Nahtoderfahrung ist, die Männer meinen zu haben 🙂 ) . Bei den Kindern ist es allerdings anders. Entsprechend solltest Du die Sorge von Helmut als ein Geschenk betrachten. Ein Geschenk, dass man erst zu schätzen weiß, wenn man mit jemandem spricht, um den sich nicht gesorgt wird. Ist mir selbst erst sehr spät bewusst geworden.

  1. Das klingt … Das klingt (ohne Dir zu nahe treten zu wollen), das klingt verdammt nach Borderline: Ich hasse Dich, verlaß mich nicht! Oder ich brauche Dich, bleib weg von mir. Weißt?

    • (Huch! Statt Zeilenumbruch machte die Enter-Taste jetzt einen Abschicker.)
      Aber vielleicht meine ich das nur zu bemerken, weil es nämlich meines ist, das, was ich aus eigenem Erleben kenne, und es ist in Wirklichkeit (hoffentlich!) etwas ganz anderes, harmloses.

      • Huch, das hatte ich jetzt noch nicht gelesen, bevor ich geantwortet hatte. Es gab natrürlich Anhaltspunkte, wegen derer ich mich damit auseinander gesetzt habe. Und gut, wenn DU immer noch darunter leiden solltest (weiß ich ja nicht), dann ist die Theorie mit dem verflüchtigen wohl ein wenig falsch 😉

    • Wenn es das wäre, wäre ich aber verdammt alt für eine Borderlinerin. Ich hab gelsesen, um die vierzig verflüchtigt sich das. Ob das wirklich stimmt, keine Ahnung. Und meine Therapeution damals meinte, sie hätte mich nicht genommen, wenn sie den Verdacht auf Borderline gehabt hätte, weil das eher was für den Dr.Psych als für den Heilpraktiker Psych sei.
      Ich hatte mich mal damit beschäftigt, weil ich dachte, es könnte vielleicht so sein. Doch wirklich dran geglaubt habe ich nicht. Du trittst mir nicht zu nahe, indem Du ein Fenster öffnest. Man kann rausschauen oder es wieder schließen. Danke Dir.

      • Ich bin 52 und noch immer BL. Was für eine schöne Krankheit wäre es, wenn sie sich um die 40 herum verflüchtigen würde … (Vllt schnibbelt nicht jeder BL – ist es das, was Du meinst? Und BL versteckt sich oft hinter mittleren bis schweren Depressionen, sagten meine Therapeuten.)

      • Wenn es ums schnibbeln geht, das habe ich gemacht. Ist aber Urzeiten her, und war m.E. eher eine Aufmerksamkeitsgeschichte. Ich hab damit keinen Druck abgebaut. Das war eher so, vielleicht sieht ja dann jemand, dass es mich gibt und Verstehst? Es gibt … Mail, ok.

  2. Ich finde ihn nicht, den Pack-An in dieser Sache. Immer wenn ich denke zu wissen wie und warum das passiert, mekre ich, das es das auch nicht (allein) ist.
    Ich werde täglich damit konfrontiert und konfrontiere fast täglich andere damit.
    Ich habe das Gefühl inzwischen besser annehmen zu können, aber nur sehr langsam besser. Ich kenne einen Menschen der ein wenig weiter aber auch noch nicht ganz angekommen ist, und der ist über 90. ich kenne eine anderen Menschen, der noch gar nicht weit gekommen ist, und der ist auch über 90.
    Es scheint (in meiner kleinen Welt) doch recht verbeitet zu sein: Das Bedürfnis getragen werden zu wollen, Zuwendung zu enpfangen aber gleichzeitig abzuwehren.

    Und es hat etwas mit Zen zu tun: Die Fähigkeit alles zunächst einfach SO SEIN lassen zu können, ohne Wertung, ohne Bewertung.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s