Von Vorbildern, Motivation und Nacheifern

Ich werde jetzt mal was erzählen. Etwas, das mich selbst über mich schmunzeln lässt und darüber, wie man dazu kommt, sich Fertigkeiten anzueignen. Und darüber, dass Nacheifern in einem gewissen Umfang gar nicht so schlimm, nein sogar nützlich sein kann.
Selbstverständlich werde ich mir weiter Fertigkeiten aneignen, wenn sie es mir wert erscheinen. Doch dann der Fertigkeiten wegen und nicht um mich aufzuwerten.
Zu Anfang meiner Schreiberkarriere, hier in Blogistan hatte ich, wie ich dachte, eine Zeitlang nichts worüber ich hätte schreiben können. Was tun? Ich kaufte mir Jonglierbälle und lernte jonglieren. Somit konnte ich über meine Fortschritte berichten, was mich irgendwie ruhiger machte. Was aber tatsächlich die innere Ruhe ausmacht, ist das Jonglieren selbst. Sogar wenn einem alle paar Würfe ein Ball runter fällt. Es lehrte mich geduldiger mit mir selbst zu sein. Jongliere ich heute vor meiner zweijährigen Nichte und sie kriegt sich vor Begeisterung kaum ein ist das wunderbar. Die großen Kulleraugen strahlen und dann will sie auch. Die kleinen Hände packen die drei Bälle und sie schmeißt alle drei auf einmal in die Luft. Die Kleine findet das fantastisch und ich auch. Ein Geschenk.
Mr. Freeze erzählte damals er tränke keinen Alkohol mehr, erläuterte auch weshalb. Ich kam zu dem Schluss, dass das für mich auch ein guter Weg sein könnte und ersetzte meine Laster mit Sport. (Damals noch ganz, ohne in ihn verknallt zu sein.)
In der Folge nahm ich 25 Kilo ab, mein Körper dankt es mir und mein Hirn ebenso. Inzwischen gibt’s sogar Menschen, die mich zum Vorbild nehmen. Bitte sehr, wenn es hilft.
Es gibt noch viele andere Begebenheiten in denen Vorbilder und Nacheifern eine Rolle in meinem Leben spielten. Geschadet hat es nie. Aus der richtigen Motivation heraus kann das wohl noch viel mehr.
Die Motivation innerlich zu wachsen, nicht nach außen zu glänzen. So ist’s fein.

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10 Gedanken zu “Von Vorbildern, Motivation und Nacheifern

  1. Mir gefällt am besten, dass du sagst, du tust Dinge für dich und nicht für die anderen.

    Darüber hinaus: Kauf mal bunte Tücher. Die Kleine wird das lieben und damit kann man auch ganz toll andere Spiele spielen. (Meiner Erfahrung nach kann man gar nicht genug davon haben 🙂 )

  2. Nie würde ich etwas tun, lernen wollen, nur um zu beeindrucken. Nacheifern … das Wort an sich mag ich nicht. Das hat was von einer Hatz.
    Ich habe viele Fähigkeiten, aber weniger Fertigkeiten, wenngleich es durchaus mehr sind, als der „Durchschnitt“ sie hat.. Die meisten selbst angeeignet. Weil ich mich gerne ausprobiere. Wenn man nichts macht, weiß man nicht, was einem Spaß machen könnte. Derzeit bringe ich mir das Gitarrespielen selbst bei. Ob das je eine Fertigkeit werden wird? Wer weiß, und wenn nicht, dann war es am Ende doch nicht meins.
    Dazu schadet es wenig, sich weiter zu entwickeln 😉 warum es auch gut ist, Vorbilder zu haben. Es motiviert an sich selbst zu arbeiten. Für sich selbst.
    Wobei ich wieder am Anfang bin. Nacheifern … nö, das mag ich nicht. Weil das nicht ich bin. Was nicht heißt, dass ich mir nicht Dinge von „Außen“ mitnehme. Ich mag es, überzeugt zu werden. Dazu zu lernen. Ich mag mich auch mitreißen lassen, aber das auch dem Gefühl heraus, dass etwas großartig sein könnte.

    • Freut mich, dass Du das nie als nötig erachtet hast. Spricht dafür, dass Du innerlich wohl meist sehr gefestigt warst und bist.
      Ich habe mir natürlich nicht NUR aus dem Mängel an Zuwendung versucht Eigenschaften oder/und Fertigkeiten anzueignen, doch kam es oft genug vor. Es war ein langer Weg, das los zu werden. Und doch war es nicht nur negativ, letzten Endes habe ich ja gelernt. Es ist halt nur nicht so positiv, wie lernen aus der „richtigen“ Motivation heraus.
      Die Dinge, die man anfängt, um Aufmerksamkeit oder Zuwendung zu erhalten, sind meist von kurzer Dauer. Weil die wahre Begeisterung halt fehlt.
      Es ist dann nicht „Deins“.

      • Eben drum: Es ist dann nicht deins. Deins ist, was du von dir aus machen willst, weil es in dir ist. Ein Gefühl in dir. Das Gefühl, genau DAS jetzt tun zu müssen, weil du fühlst, dass DU es willst.
        Was heißt schon gefestigt? Wer ist ohne Selbstzweifel? Nur Menschen, die ich sicher nicht kennen möchte 😉
        Irgendwie habe ich aber Dinge doch immer in erster Linie für mich selbst gemacht. Auch um mir selbst etwas zu beweisen … wobei das eine fragwürdige Motivation ist, wenn man zu Perfektionismus neigt.
        Lob von außen gerne mitgenommen dann, klar, aber nicht dafür gemacht.

      • In der Regel macht man das ja nicht bewusst. „Oh da gibt’s Anerkennung, das mach ich jetzt“, nee so nicht 🙂
        Deshalb ist es ja so schwierig, dahinter zu steigen. Weil das ein Teil Deines Ichs in die Wege leitet, dem zu lange nicht zugehört wurde. Da darf man erst mal eine Menge Schrott beiseite räumen, bis man klar sieht. Sei’s drum. Jetzt ist es ja gut. 🙂

        Liebe Grüße in die nördlichen Gefilde!
        Silvia

  3. Es ist wirklich wie mit allem anderen auch: Extreme beißen sich irgendwann selbst in den Schwanz. Was also bleibt?

    Genau, der goldene Mittelweg, die ausgewogene Balance. 🙂

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