Das Monster

Das mit dem Sport funktioniert nur mäßig.
Nicht mal die Hälfte meiner sonstigen Energie kann ich abrufen. Das sorgt für zusätzlichen Frust. Ist auch nicht verwunderlich, nachdem ich den ganzen Tag geheult, kaum getrunken und gegessen habe. Wo soll’s der Körper her nehmen?
Herrlich! Ich könnte Knochen kotzen.
Im Dampfbad fragt dir Kriegerin wie es mir geht. Ich sei ja heute nicht besonders fit.
„Redest Du nicht mehr mit mir?“, fragt sie, als ich nicht antworte.
Ich erkläre, ich dass ich nicht aufgelegt bin, zu reden.
Sie erzählt trotzdem. Ist auch Ok, nur kann ich es nicht ertragen, verlasse die Sauna.
In der Umkleide treffe ich auf Martina. Wir waren zusammen im Kalamashila Institut.
Sie erkennt sofort meine Lage. Nicht schwer, ich weine wieder.
Ob es einen Auslöser gäbe. Ich erzähle.
Sie blickt mir tief in die Augen. Verständnisvoll:
„Mädchen, an den Umständen kannst Du nichts ändern, aber daran was das mit Dir macht, daran kannst Du arbeiten.“
Sie streichelt mir mütterlich über die Wange und ich weiß, dass sie recht hat. Zwar heule ich jetzt auch wieder, während ich schreibe, aber die Furcht vor dem Monster Depression hat sich verringert.
Ich bin stark genug. Und ich weiß, dass es kein Monster, sondern eher eine grausame Freundin ist.
Sie zeigt mir, den Punkt, den ich noch nicht repariert habe.
Also, an dir Arbeit, Frau Zerberus.

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7 Gedanken zu “Das Monster

  1. Liebe Tüpflischiesserin, Alles Liebe wünsche ich dir. Du hast vielleicht nur unterschätzt, was so ein kreativer Prozess mit einem machen kann, im positiven wie im negativen. Wobei nicht immer gleich so ganz klar ist, was jetzt das Positive und was das Negative ist 🙂

    • Na, wenn ein Wochenende schreiben lernen mit dem Altmann, solche Geschichten auslöst, was passiert denn, wenn ich erst mal ein Buch schreiben. Herrje 🙂

      Liebe Grüße und danke, für den Gedanken.
      Silvia

  2. Monster haben nur dann Macht, wenn wir sie ihnen gewähren. Ein Kampf mit aller Kraft führt nicht zum Ziel. Mit (Wort)Aikido klappt es. Nutze die Kraft des Gegners, lenke sie ab. Und dich! Analysiere, was dieses Monster herbeigerufen hat, warum es dich (wieder) attackiert. Und dann gehst du einen anderen Weg. Schreiben hilft, aber auch Sport. Warte, ich schubse dich in die richtige Richtung 😉

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