Frau Zerberus – Eine Schlacht

Schwer atmend stand sie über ihm, ihre krallenbewehrte Klaue auf seiner Brust, die kräftigen Kiefer um seine Kehle, bereit zum Todesbiss. Er lag da, rührte sich nicht, die Augen geweitet. Wohl aus Angst. Sie konnte es riechen.
Wo war er hergekommen, der andere, dieser reudige Hund. Angeschlichen hatte er sich, und sie hinterrücks angegriffen. Er hatte wohl gedacht, so würde er obsiegen.
Doch hatte er nicht bedacht, welch feine Ohren und was für ein fast seismographisches Gefühl sie für Gefahren entwickelt hatte.
Er sah seltsam aus. Mehr wie ein Schwein, denn wie ein Hund und doch hatte er ihr die ein oder andere Wunde schlagen können. Er war groß, dieser Schweinehund.
Warum tötete sie ihn nicht? Sentimentalität? Weil er auch ein so anderes Wesen war, hier in der Welt der Menschen?
Langsam ließ sie von seiner Kehle ab, sah, wie er schwer schluckte. Da wo ihre Reißer gewesen waren, rann Blut durch sein Fell.
Sie richtete sich auf. Blickte auf ihn hinab und gab ihm mit einem Knurren zu verstehen, er möge sich trollen.
Er verstand, machte sich davon, jedoch nicht ohne sie im Auge zu behalten.
Er wusste nun um ihre Stärke.
Als der Abstand groß genug war, begann er zu rennen.
Sie blickte ihm nach, ahnend, dass er es wieder versuchen würde.

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3 Gedanken zu “Frau Zerberus – Eine Schlacht

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