Schlappenerinnerungen – oder, eine Ode an das Hexen(-Schuh)werk

Hach, ich wollte sie so gern haben, aus schwarzem, wilden Leder fein,
Doch bevor sie zu mir kamen, sollten’s erst mal Jutta’s sein.

Vom halben Stiefel ich hier sprech, zum schnüren und ganz spitz sie waren.
Ich wollte sie so gern, zu meinen Punker Outfit tragen.

Die Sohle flach, aus blankem Leder und ein Absatz flach und klein.
Irgendwann, weiß nicht wieso, sollten’s endlich meine sein.

Von nun an war’n wir unzertrennlich, ich und meine Hexenschuh.
Ward jemand frech, er spürte sie im A… im nu.

Jahre sind sie mit mir durchwandert;
haben viel Freud, viel Leid gesehen.

War’n sie verletzt, zögerte ich nicht,
sofort zum Schuhdoktor zu gehen.

Oft nähte er die tiefen Wunden,
hat auch manchmal Haut verpflanzt.

Doch eines Tages war’n gezählt die Stunden.
So, wurden sie zur letzten Runde,
an des Zimmers Wand gestanzt.

Es gab danach wahrlich nie wieder ein Paar Schuhe, die ich so geliebt habe, sofern man Schuhe überhaupt lieben kann.
(Wobei, die in London erworbenen sind den Alten gar nicht unähnlich und haben meine Füße seither auch nicht mehr verlassen; außer im Bett, versteht sich.)

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2 Gedanken zu “Schlappenerinnerungen – oder, eine Ode an das Hexen(-Schuh)werk

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