4. Dan

Da steht er an der Kaffeebude, hennarotes, zerzaustes, langes Haar. Stolzgeschwellte Brust. Mein ehemaliger Sensei, Schwager und seit vorgestern Inhaber des 4. Dan in Karate. Habe ihn bisher nicht gesehen.
Deshalb erst mal hin und herzlich gratulieren. Ich freue mich für ihn. Harte Arbeit soll belohnt werden.
Ich bewundere ihn tatsächlich für seine Disziplin. Die habe ich im Karate einfach nicht aufgebracht. War mir nicht so wichtig.
Dafür bin ich umso disziplinierter wenn es um’s Cycling geht.
Gestern hatte ich den Kurs erst abgesagt, wegen des Firmenlaufs.
Abends habe ich mich wieder eintragen lassen. Ich möchte nicht ohne. Gruß an die Dame 😉
Und der Firmenlauf ist ja kein Wettbewerb. Eher ein sportliches Miteinander von 5,7 Kilometern

9 Gedanken zu “4. Dan

    • Shotokan Karate.
      Ich bin unter falschen Voraussetzungen eingestiegen, denke ich rückblickend. Dachte wohl ich könnte damit Eindruck schinden. Um es jetzt mal krass auszudrücken.
      Das lief natürlich nicht bewusst ab, so nach dem Motto: Ich schinde jetzt Eindruck, deshalb mache gehe ich jetzt zum Karate.
      Aber unter diesen Voraussetzungen bleibt man letztlich nicht dabei.
      Man muss schon auf reichlich Lehrgänge fahren und in anderen Dojos seine Erfahrungen ergänzen, damit man wirklich weiter kommt.
      Dazu war ich damals nicht bereit.
      Und das bin ich, glaube ich auch heute nicht.
      Das sieht beim Cycling schon anders aus. Aber heute bin ich ja auch eine andere Persönlichkeit.
      Das war jetzt, denke ich, eine sehr ehrliche Aussage, die es auch sehr trifft. 😉

      • Danke für deine Ehrlichkeit. Ähnliches hatte ich mir gedacht. Ich mache praktisch schon mein ganzes Leben lang Karate, für mich ist diese Kunst Teil meines Alltags geworden. Mehr noch für meinen Vater, er denkt, atmet, lebt es aus. Viele Menschen in Amerika, oder Europa glauben, dass man mit Karate beeindrucken kann. Aber darum geht es dabei nicht. Klar kannst du dann vielleicht gut kicken, aber wo bleibt die Philosophie? Mir hat die Mischung aus Aikido und Karate geholfen und natürlich mein geistiger Mentor, mein Vater. Er konnte mich nicht nur kicken und werfen lehren. Zu seinem Leidwesen habe ich es dann doch immer gemacht 😀 Aber insgeheim ist er immer stolz auf mich.
        Dan-Grade sind nicht alles. Ich habe 10 Jahre keine mehr gemacht, weil sie mir nichts bedeutet haben. In China gibt es diese Gürtel nicht. Und mein Wing Chun Sifu kennt auch keine Schülergrade.

      • Ja, das ist mir bekannt. Und ich finde es auch richtig so. Diese bunten Gürtel, hier bei uns sind Teil unseres Belohnungssystems. Ich finde sie überflüssig. Ich hätte, wäre ich beim Karate geblieben, kein Problem damit, bis zur Meisterschaft den weißen zu tragen.
        Die einen Schüler, die anderen Meister/Lehrer.
        Es reicht doch, wenn man merkt, dass man besser wird. Und wenn es so weit ist und man die Meisterschaft erlangt hat, darf man das durch Schwarz zeigen.
        Mehr Farbe braucht es meiner Ansicht nach nicht.

      • Wobei ich bei dem Wort „Meisterschaft“ schon wieder leichtes Bauchweh habe. In der Regel bedeutet der Schwarze Gürtel lediglich, dass du nun die Grundtechniken beherrschst. Aber dem 1. Dan geht das eigentliche lernen los. Du musst mal in einem Dojo vor 20 Dan-Trägern stehen. Glaubst du wirklich, die wären alle gute „Kämpfer?“ 😉 Ich habe in Deutschland schon die unmöglichsten Typen getroffen. Leute, bei denen ich mich frage, wie die zu ihrem Schwarzen Gürtel kamen. Und andere, die Kickboxen in Reinkultur machten und vom kämpferischen Aspekt um Welten einem Karateka überlegen waren.

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