Darf ich fröhlich sein?

Habt Ihr manchmal das Gefühl, nicht glücklich sein zu dürfen, oder keinen Spaß haben zu dürfen, weil ein Euch nahestehender Mensch gerade leidet?
Also, mir ging das lange Zeit so.
Ich habe mir versagt glücklich und fröhlich zu sein, wenn es mir wichtigen Menschen schlecht ging, oder sie traurig und niedergeschlagen waren. Ich hielt es für unangemessen, pietätlos.
Das ist zum Glück vorbei.
Denn, es bringt überhaupt nichts. Was bitte hat der Andere davon, wenn ich auch noch Trübsal blase? Nichts. Überhaupt nichts.
Im Gegenteil.

Ich spreche jetzt mal aus meiner Erfahrung:
Als ich so tief in meiner Depression steckte, war ich für jeden fröhlichen Menschen dankbar. Oft wurde ich davon angesteckt.
Selbstverständlich war ich froh, wenn ich mit jemandem darüber sprechen konnte, wie es mir geht. Doch hat es immer wahnsinnig gut getan, wenn mich andere aus meiner Lethargie und Melancholie gerissen haben.
Sogar, wenn das durch blöde Scherze über mich selbst passierte.
Denn: In dem Moment, in dem man lacht, kann man nicht traurig sein.
Genauso, wie man nicht wütend auf jemanden sein kann, wenn man ihm gerade etwas Gutes wünscht, vorausgesetzt man meint die Wünsche ernst.

Mitgefühl, nicht Mitleid, hilft.
Also, bleibt fröhlich und lebensbejahend, das hilft dem Anderen wahrscheinlich am meisten.

Traurig ist er schon selber genug. 😉

3 Gedanken zu “Darf ich fröhlich sein?

  1. Ich kenne das auch sehr. Versuche den Menschen aber trotzdem immer mit zu reißen, ihn raus zu holen aus dem Loch. Aber es belastet und beeinflusst meine Stimmung trotzdem sehr stark

    • Mmhh, wie drücke ich es so aus, dass es richtig ankommt?
      Weißt Du, diese Menschen, die um mich herum waren, haben diese Fröhlichkeit nicht für mich an den Tag gelegt. Ich habe mich mitreißen lassen. Nur so geht’s.

      Es ist nämlich so, dass keiner von uns auf dieser Welt ist, um irgendjemand glücklich zu machen oder zu retten.
      Das kann jeder nur für sich selber tun.
      Du kannst jemanden bei der Hand nehmen und ein Stück weit begleiten, ihm ein wenig den Weg weisen. Du kannst den Weg nicht für ihn gehen. Das muss der/diejenige selber tun.
      Wenn man unglücklich ist, dann ist das in einem selbst begründet.
      Wenn ich über etwas unglücklich bin, dann wegen der Gedanken, die ich hege.
      Du kennst sicher die Geschichte mit den zwei Wölfen?

      Wenn jemand sagt, „Du machst mich unglücklich“, ist das nicht zutreffend. Man fühlt sich unglücklich, weil man andere Erwartungen hatte und etwas anderes eingetreten ist.
      Dann fühlt man enttäuscht oder unglücklich, weil der Andere nicht so „funktioniert“, wie wir das gerne hätten. 😉

      • Danke für deine Worte. Ja, natürlich hast Du Recht, es um zusetzten, ist oft eine andere Sache.

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