Eher wenig buddhistisch

Es ist halb sieben. Eben habe ich die Hinfahrten zur Dialyse hinter mich gebracht, mache mich auf, zum Halteplatz Kapellenweg. Als ich auf den Platz fahren will, steht ein Kollege quer hinter den zwei, noch freien, Plätzen; telefoniert. Er sieht mich; das sehe ich. Ich warte. Warte. Und, warte. Mein Motor läuft, der Blinker ist immer noch an; es ist ziemlich offensichtlich, dass ich mich ebenfalls hier niederlassen möchte.
Ignoranz ist etwas, das mir den Kamm schwellen lässt.
Ich betätige die Lichthupe, für’s Horn ist es noch zu früh am Morgen. Er rollt doch tatsächlich mit den Augen! Jetzt, denke ich, möchte ich ihm richtig feste vor’s Schienbein treten.
Endlich, er macht Platz.
In solchen Momenten ist mir der Buddhismus und die Nächstenliebe, manchmal, sehr fern. Auch, wenn ich weiß: Die eigentliche Kunst ist, sie gerade dann aufrecht zu erhalten.
Sei’s drum. Ich fange mit Eigenliebe an und vergebe mir. 🙂

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